Tage und Nächte am See mit grillen, lachen, spielen, chillen, rauchen und still sein. -Zurücklehnen und das Leben an sich ran lassen bevor man sich dann morgen, hoffentlich nicht allzu ohnmächtig, den Kondolenzbekundungen hingibt.

Was bleibt? Erinnerungen. Erinnerungen an wunderschöne Momente. Vielleicht ist es das, was Leben ausmacht. -Erinnerungen zu sammeln um sie dann zur richtigen Zeit Revue passieren zu lassen.

So wie die Erinnerungen an deine irr witzigen Geburtstags- und andere FEIERtags Geschenke.
An drei kleine Kinder stehend auf der Kuppe eines alten Panzer, die Hände in die Luft gestreckt mit dem Gedanken daran jeden Krieg besiegen zu können. Erinnerungen daran, dass du die Kindes-Idee von mir anstatt 10 Groschen 10 Schillinge zu sammeln um mir dann irgendwann einmal ein Wohnmobil zu kaufen und durch die Welt zu gondeln als Einzige gut fandest. Das ich mit dir gemeinsam meine erste Oper erleben durfte und ich damals die Einzige in meiner Klasse war, die mit ihrer Oma zu MC Donalds essen ging, weil das alle anderen Omas nicht gut fanden. Dass es egal war, wie schmutzig und zerzaust ich vom spielen aus dem Wald heimkam. “Sie ist eben ein lebendiges Kind.”
-Diese und viele mehr….

Und wenn ich heute auf meinen Nachttisch das Buch vom “kleinen Ich bin Ich” stehen sehe, das du mir schon geschenkt hast als ich erst ein Jahr alt war, weiß ich dass du mich einfach immer nur MICH sein ließest. Mit all meinen Ideen, mit all den Fehlern, mit all den Wunden am Knie und immer mit einem Grinsen im Gesicht.

Und somit werde ich morgen trotz all der Vorsätze stark zu sein, um dich weinen…- weil ich ICH bin. Mit all den schönen Erinnerungen in meinem Kopf und mit meiner Seele weit offen, weil ich es auch heute immer noch bin: Ein lebendiges Kind. Danke.

In memoriam

Gedicht der Woche, gewidmet der liebevollsten Oma, einer starken Frau mit dem wunderschönen Namen Ursula Andres. In meinem Herzen wirst du ewig leben!

Hab nie Angst vor dem Ende,
wenn etwas Schönes anfängt.

Kein Preis ist zu hoch
für erlebtes Glück,
keine Trauer zu tief,
keine Enttäuschung zu schwer.

Leben heißt bereit sein,
irgendwann zu sterben.
Lieben heißt bereit sein,
irgendwann Abschied zu nehmen.

(Hans Kruppa)

Eternal Sunshine of the Spotless Mind

Wenn ich an unsere Zeit zurückdenke, dann denke ich an die Tage am See, an den Abend am Berg, an den Abend als du das erste Mal bei mir warst. An die Nacht in der wir uns getroffen haben, über diese Ampel diskutiert, und damit alles Anfing.

Ich denke an die Tage und Nächte an denen wir gelebt haben.
Zeit in der jeder von uns für den anderen Platz in seiner Welt gemacht hat. Unsere endlosen Gespräche über all die irren Sachen die uns im Kopf herum schwirrten, mit dieser Magie im Raum, mit dieser unbeschreiblichen spürbaren Magie, die uns wie eine Droge nicht mehr los ließ.
Die uns schließlich glauben ließ es wäre besser die Welt hinter dem Fenster draußen zu lassen und uns unsere eigene Welt in diesen vier Wänden genügen wird, für den Rest… um glücklich zu sein. Wir vergaßen beide was jedem einzelnen wirklich wichtig ist, was uns glücklich macht: Der Zufall und der Rausch unbeschreibliche Dinge zu erleben. Irgendwann fiel uns dann die Decke auf den Kopf und jeder flüchtete sich wieder in seine Welt, ohne den anderen dahin mitzunehmen.

Umgeben von all diesen Welten trafen wir uns dann nur noch in einer. In der Welt, die wir beide nicht leiden können. In der “essen, schlafen, ficken” Welt, die wir beide schon vor unserer Zeit hinter uns ließen. Um uns dann schließlich zu begegnen.

Wie stünde es um uns in einer Welt, an der wir am Fluss liegen, auf Berge gehen, von Stiegenhäuser spucken. In der wir einfach mal am Wochenende an den Bahnhof fahren, eine Münze werfen und in irgendeinen Zug einsteigen? In der wir uns endlich wieder gemeinsam verlieren können. In der wir nicht nebeneinander sondern miteinander leben, in der wir den anderen nicht nur in unser Bett sondern auch in unser Leben lassen. Die Welt die wir schon hatten, bevor wir nicht mehr aus diesen vier Wänden raus gingen und uns im Fernsehen jeden Abend unseren Untergang ansahen.

Wie konnten wir nur auf die Idee kommen, dass es gut wäre, zwei rastlose Menschen einzusperren und auch noch zu glauben, dass sie so endlos glücklich werden würden?

Ich glaube keiner von uns will dorthin zurück, jeder hat Angst davor, Panik, Klaustrophobie.
Die Angst davor treibt mich dazu an jeden Tag aufs Neue gegen meine Gefühle an zu kämpfen, jeden Tag in dieses Schlachtfeld zu ziehen und nicht einmal zu wissen, ob ich für oder gegen mein Glück kämpfe. Ich wünsche mir so sehr Rast…

„Hallo mein Name ist S. und ich bin hier um M. löschen zu lassen.“

-Es hat damals wie heute nicht funktioniert…

Lyrisches der Woche

Nun ja… neue Woche, und eventuell auf einige hier ganz passend ;)

ICH WILL TAUSCHEN

Tausche
sündteure Luxusgüter
gegen eine Kombipackung
Zufriedenheit und Dankbarkeit.

Tausche
einen randvollen Terminkalender
gegen ein Überraschungspaket
zu Herzen gehender Augenblicke.

Tausche
extragroße Zweifel und
Ängste
gegen eine Familienpackung
Vertrauen und Geborgenheit.

Tausche
ein Leben voll Haben
gegen ein Leben
voll Sein und Sinn.

(Ernst Ferstl)

Ans Ende denken wir zuletzt

Freund Zufall schafft es immer wieder mich im richtigen Moment, oder auch im letzten Moment, wer weiß das schon… wach zu rütteln.
Und so war es auch gestern so weit. Wahrscheinlich an einem Tiefpunkt in meinem Leben angekommen traf ich ihn, den Jungen um den ich Monate geweint habe, der mir nach meiner damaligen Meinung das Herz gebrochen hat, wegen dem ich anfing zu schreiben. Durch ihn entstand “Lebenshungrig” und mit ihm eine völlig neue Frau. Eine Frau die Gefühle nicht mehr verstecken wollte und durch dieses Wollen es auch irgendwann nicht mehr konnte. Lachen, weinen, total ausrasten um dann wieder runter zu kommen und sich wieder selbst spüren zu können.

Frau S. und die Männer, ich dachte immer dies wären keine guten Kapitel in meinem Drehbuch des Lebens. Aber liest man sie zum zweiten mal, bekommt man einen ganz anderen Blick darauf. Klar, jedes Wort meist mit Dramatik getränkt, aber keines kratzt an der Oberfläche, alle gehen tief, hin und wieder tiefer als sie sollten… - bis ein Tiefer nicht mehr möglich war. Früher nannte ich es Stillstand, weil ich dachte an einem Punkt angekommen zu sein, an dem ich mich nicht mehr entwickeln kann. Doch gerade hier entwickel ich mich wahrscheinlich am meisten und die Zeit danach ist nur die Zeit für mich, um alles was ich von diesen einzigartigen, jeder für sich wunderbar, Männern auf meinem weiteren Weg mitbekommen habe zu durchdenken und dann für mich persönlich um zusetzten um die Frau zu werden, die ich sein will.
Sachen die ich auf dem gemeinsamen Weg wunderbar fand und sie auch weiterhin mit mir tragen möchte.
-Sei es ein gepuschter Ehrgeiz, wenn man im Leben weiter kommen will (danke Herr A.), ein gesunder Egoismus um den Respekt für sich und für andere zu wahren (danke Herr L.), eine eigene schöne Welt zu kreieren wenn einen die Reale überrollt (danke Herr S.) oder sei es einfach das nötige “easy going” um zu wissen das alles irgendwann gut ausgeht (danke Herr M.)
Wundervolle Kapitel, die alle ein tragisches Ende haben. Meist auch so abrupt dass man gar nicht glauben mag, auf der nächsten Seite schon eine andere Überschrift zu lesen. Wahnsinnig tragische Kapitel, könnte man sie nicht ein zweites mal und die Seiten danach lesen, denn als Gesamtwerk (bis dato) einzigartig wunderbar und mit Sinn durchflutet.

Und als ich um sieben Uhr früh und tausende Seiten nach uns, gemeinsam mit diesem Jungen alles hinter mir lies, und seit langem wieder den Boden unter meinen Füßen spürte, war es wunderschön zu wissen dass wir nicht mehr die gleichen sind und nun die Dinge mit anderen Augen sehen.

Denn ohne dieses Ende und die Seiten danach würde ich nicht wissen was easy going eigentlich bedeutet und wie wunderbar es sich anfühlt, sich irgendwo zu verlieren, um sich ein Stückchen weiter hinten, dann wieder selbst zu finden.

Rückenwind

Ich war noch nie ein Fan von halben Sachen. Ich war schon immer hungrig, hungrig nach Leben, nach irren Momenten, in denen man sich verlieren kann. Nach Szenen in meinem Leben, die in den besten Filmen nicht vorkommen. Nach dem Zufall, der einen plötzlich packt und mitreißt. Nach unglaublichen Dingen, nach kleinen banalen Sachen, wie ein nettes Lächeln eines unbekannten Mannes, ein gutes Gespräch auf einer Terrasse bei einem Glas Wein, oder ein gemeinsames Schweigen weil der Sinn hinter allem nicht in Worte zu fassen ist.

Süchtig nach diesen Dingen, meiner Droge, um in dieser Welt nicht unter zu gehen.

Raum und Zeit für mich selbst, auch um zu überdenken, nach was es sich lohnt zu streben, und was man lieber lassen soll. Ich bin eine Frau die weiß was sie will, so emotional erkannte ich mit der Zeit meine starke Seite, die mir hilft um manche Dinge zu kämpfen und andere lieber zu lassen, um weiterhin glücklich sein zu können um weiterhin das Schöne und Gute in dieser Welt zu sehen.

Auf dieser Suche kann es schon einmal passieren, dass man springt um zu fallen, mit dem Wissen nicht aufgefangen zu werden. Nur Narren springen dann ein zweites mal. Doch hin und wieder bin ich gerne ein Narr, wenigstens ein Narr der von alleine wieder aufsteht und sich den Staub von Gewand schüttelt. Nun eben auch ein zweites mal…

Mein Prinzip ist eigentlich ganz einfach: ich möchte leben, und das nicht nur halb…, “Drum pack ich meine Sachen und bin raus mein Kind…”

Mein Weg und nach langem hin und her hab ich mich wieder gefunden und bin glücklich damit, weil ich weiß dass sich Schall und Rauch früher oder später so und so ganz auflösen wird.

Auch die Frage die mich jetzt noch beschäftigt, werde ich früher oder später auf meinem Weg verlieren, weil ich nie eine Antwort darauf bekommen werde, weil es vielleicht gar keine Antwort darauf gibt.
Die Frage danach, wer eigentlich verloren hat?

“Du dich? Ich mich? Oder wir uns?”

machtlos

Dich so zu sehen wollte ich nie wahrhaben. Ich hab mich so lange darauf vorbereitet. Gemeinsam mit dir. Ich wollte jede Veränderung in mich aufsaugen um am Ende nicht das zu fühlen was ich jetzt fühle. Man verdrängt, man hofft, mit jedem Tag an dem es dir wieder gut ging hatte ich trotz aller Prognosen wieder ein gutes Gefühl. Denn am Ende wird doch alles gut, oder?

So ohnmächtig, machtlos denke ich an unsere Zeit. Es wäre egoistisch dich nicht gehen lassen zu wollen. Gehn in ein besseres Leben. Ein Leben in dem wir ewig gemeinsam durch unseren Garten gehen können ein Leben in dem wir jeden Tag Weihnachten feiern können…

Ein Leben in dem am Ende alles gut wird.

Gedanken der Woche

Noch in Gedanken an das tolle Wochenende und als “Dankeschön” für die, die immer für mich da sind:

Ein Leben ohne Freunde ist kein Leben,
wie behaglich und gesichert es auch sein mag.
Wenn ich Freunde sage,
meine ich Freunde.
Nicht irgendwer,
nicht jeder kann dein Freund sein.
Es muss jemand sein, der dir so nah ist wie deine Haut,
jemand,
der deinem Leben, Farbe, Dramatik, Bedeutung verleiht.
Irgend etwas jenseits der Liebe,
das dennoch Liebe mit einschließt.

(Henry Miller)

too easy to see through…

Immer wieder ein großes Thema:”Wie gläsern sind wir eigentlich wirklich?” Ich denke die Wahrheit will man nicht wissen, sonst bricht der ganz große Verfolgungswahn aus. Wer hat welche Daten von uns? Und was machen die mit denen? Klar, jedem ist bewusst, dass es irgendwo “jemanden” gibt, der unsere Vorlieben, Nutzungsverhalten und noch so jeden Kleinkram den wir jeden Tag im Internet und sonst wo von uns geben, speichert. Plattformen alà Studivz und Amazon machen keinen Hel daraus, schließlich haben wir ja auch etwas davon… Klar, und irgendwann denkt man dann selber dass Personenbezogene Werbung etc. gar nicht so schlecht ist. -Die Gehirnwäsche hat an- und die Matrix zugeschlagen. Und so vergisst man darauf, bzw. weiß sogar davon und schert sich einen Dreck. Doch heute bekam ich mal kurz einen kleinen Einblick, in wahrscheinlich süße 0,5% was so alles über Frau S. gespeichert wird, und ich fands gar nicht lustig wieder klar vor Augen zu haben, dass da draußen irgendwer Voyeur im ganz großen Stil spielt. Ich finde es geht niemanden was an, wo ich auf welcher Webseite vor 3 Jahren war und wieso etc etc.

Ich finde es toll jemanden nie ganz enträtseln zu können, denn nur so können mich manche Menschen immer wieder aufs Neue Überraschen. Genau gleich geht es mir mit mir selbst. Ich kann mich manchmal so wunderbar ganz und gar nicht verstehen… vielleicht sollte ich mal bei Hausnummer “google” an die Tür klopfen, die wissen bestimmt wie ich so ticke, die können mir bestimmt so einiges erklären, wovon ich selbst nichts weiß….
-NEIN danke!

Und darum ein ganz gläsernes:”Fu*ck you!! - Ich bin dagegen!”

Frau S. und ihre Träume

Nacht für Nacht begebe ich mich in diese Welten. Meine Träume die so reich an Inhalt, Erfahrung, Vergangenem und Zukünftigen sind. Schon von Klein auf träume ich jede Nacht, und kann mich immer genau daran erinnern. Traumdeutungsbücher brauche ich schon lange nicht mehr, da man mit den Jahren die Muster erkennt. Man lernt zu unterscheiden, welche Träume nichts zu bedeuten haben, und welche so viel. Es heißt Träume sind die geheimen Botschaften unseres Unterbewusstseins. Nun mein Unterbewusstsein macht oft keinen Hehl daraus was es mir zu sagen hat. Und obwohl ich seit Jahren weiß, dass es stimmt, dass es mich nicht betrügt, dass es mir nichts vorspielt, habe ich es noch nie geschafft aus diesem Fluch einen Seegen zu machen. Schaffe ich es nicht, dankbar zu sein. Dankbar für diese Warnungen und darum einen anderen Weg einzuschlagen. Man erkennt die Muster … und schafft es nicht sie zu durchbrechen, da ich immer wieder aufs neue hoffe, dass es nur ein Traum war.

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