Wenn ich an unsere Zeit zurückdenke, dann denke ich an die Tage am See, an den Abend am Berg, an den Abend als du das erste Mal bei mir warst. An die Nacht in der wir uns getroffen haben, über diese Ampel diskutiert, und damit alles Anfing.
Ich denke an die Tage und Nächte an denen wir gelebt haben.
Zeit in der jeder von uns für den anderen Platz in seiner Welt gemacht hat. Unsere endlosen Gespräche über all die irren Sachen die uns im Kopf herum schwirrten, mit dieser Magie im Raum, mit dieser unbeschreiblichen spürbaren Magie, die uns wie eine Droge nicht mehr los ließ.
Die uns schließlich glauben ließ es wäre besser die Welt hinter dem Fenster draußen zu lassen und uns unsere eigene Welt in diesen vier Wänden genügen wird, für den Rest… um glücklich zu sein. Wir vergaßen beide was jedem einzelnen wirklich wichtig ist, was uns glücklich macht: Der Zufall und der Rausch unbeschreibliche Dinge zu erleben. Irgendwann fiel uns dann die Decke auf den Kopf und jeder flüchtete sich wieder in seine Welt, ohne den anderen dahin mitzunehmen.
Umgeben von all diesen Welten trafen wir uns dann nur noch in einer. In der Welt, die wir beide nicht leiden können. In der “essen, schlafen, ficken” Welt, die wir beide schon vor unserer Zeit hinter uns ließen. Um uns dann schließlich zu begegnen.
Wie stünde es um uns in einer Welt, an der wir am Fluss liegen, auf Berge gehen, von Stiegenhäuser spucken. In der wir einfach mal am Wochenende an den Bahnhof fahren, eine Münze werfen und in irgendeinen Zug einsteigen? In der wir uns endlich wieder gemeinsam verlieren können. In der wir nicht nebeneinander sondern miteinander leben, in der wir den anderen nicht nur in unser Bett sondern auch in unser Leben lassen. Die Welt die wir schon hatten, bevor wir nicht mehr aus diesen vier Wänden raus gingen und uns im Fernsehen jeden Abend unseren Untergang ansahen.
Wie konnten wir nur auf die Idee kommen, dass es gut wäre, zwei rastlose Menschen einzusperren und auch noch zu glauben, dass sie so endlos glücklich werden würden?
Ich glaube keiner von uns will dorthin zurück, jeder hat Angst davor, Panik, Klaustrophobie.
Die Angst davor treibt mich dazu an jeden Tag aufs Neue gegen meine Gefühle an zu kämpfen, jeden Tag in dieses Schlachtfeld zu ziehen und nicht einmal zu wissen, ob ich für oder gegen mein Glück kämpfe. Ich wünsche mir so sehr Rast…
„Hallo mein Name ist S. und ich bin hier um M. löschen zu lassen.“
-Es hat damals wie heute nicht funktioniert…
ich glaub ich muss unter die dusche
dein text hat mir geholfen, die dinge, die auch ich fühle, in worte zu kleiden. ich komme der lösung meines problems immer ein kleines stückchen näher…
es macht mich traurig, dass es auch heute nicht funktioniert hat… doch weißt du was? es soll dann nicht sein, auch wenn das schwer zu akzeptieren ist! ich wünsche dir von herzen den passenden deckel zu deinem besonders außergewöhnlichen, schönen topf… *drückdich*