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Oder:” Pleased to meet you, I hope you guess my name”
“Weißt du eigentlich, dass das mein Neuer wird”, lachte ich damals scherzend meiner Liebsten zu und deutete auf ihn. Wir saßen im Café und er zwei Tische weiter. Wir kannten uns nicht, hatten noch nie miteinander geredet und doch war er mir irgendwie vertraut. “Was jetzt wirklich?” sie sah mich verdutzt an und musterte ihn skeptisch. “Ja irgendwas fasziniert mich an dem Typen, aber ich hab keine Ahnung was es ist. Er studiert mit mir und ich mag seine Art ein Referat vorzutragen. So planlos und dann mit dieser Selbstsicherheit vorne zu stehen und keiner merkt was. Nur ich. ich musste insgeheim lachen. Er ist irgendwie anders.”
Doch wie anders er wirklich ist, sollte ich erst viel später erfahren…
Es dauerte nur einen Café und ein kurzes betrunkenes Zusammentreffen auf einem Fest bis diese besagte Nacht kam, uns in gelb-orange hüllte und somit unsere gemeinsame Geschichte einläutete.
Überhaupt war unsere ganze Beziehung wie ein Film. Von Anfang bis Ende getränkt in Tragik, breitem Grinsen, atemberaubende Momente, schönen Landschaften und einer unglaublichen Leidenschaft die einfach alles durchdrang. Bei jedem Treffen kam dieser magische Nebel über uns uns ließ uns abtauchen, in uns hinein tauchen, in die unendlichen Tiefen unserer Seelen.
Wann er Angst bekam kann ich heute nur noch Bruchstückhaft sehen. Ich bekam sie, als ich begann ihn zu lesen. Auf vielen Seiten ganze Kapitel lang sah ich seine Rastlosigkeit. Er drehte sich schneller als der Wind, bis ihm eines Tages so schwindlig war, dass er nicht mehr wusste ob er vor oder zurück geht. Wir konnten nie den nächste Schritt machen, weil wir nie wussten wo wir gerade waren. Vorne, hinten, uns zu nah oder weit weg? Wir sprangen über Welten, stampften ganze Ozeane aus dem Boden und am nächsten Tag gingen wir wieder unsere eigenen Wege zurück, weil ein wir auch heißt schwach zu sein. Weil ihm ein “Wir” mehr Angst machte als alles andere. Wir brauchen uns doch gar nicht! Zwei Tyrannen. Wer ist der Größere? Zwei Masochisten, wer leidet mehr? Zwei Sadisten, wer lacht zuerst? Machtspiele. Mutproben. Wir brauchen uns nicht – haben uns noch nie gebraucht. Monate in denen wir uns nicht hörten nicht sahen um dann auf einmal aus dem Nichts heraus wieder aufeinander zu prallen uns zu lieben uns zu halten. Festhalten. “Geh nicht!” Doch wir sind immer wieder gegangen. Weil er es nicht sehen konnte was es ist, diese Liebe deren Inbegriff wir waren, und ich irgendwann müde geworden bin. Müde es ihm immer und immer wieder zu zeigen.
Weil ich irgendwann merkte, wie anderes er wirklich ist.
Weil des Lebens Ruf an uns niemals enden wird.
Noch heute steh ich hin und wieder atmelos hier und kann den Punkt sehen an dem die Welle schlussendlich brach und zurückrollte.
Oder:”Der Beginn ist der wichtigste Teil der Arbeit.” (Plato)
Weihnachten steht vor der Tür. Der Jahreswechsel auch. Bevor das neue Jahr beginnt möchte ich noch ein paar Geschichten bloggen. Ich kann jetzt hier leider keine Weihnachtsgeschichten im typischen Sinne versprechen, es wird einfach um Menschen gehen, die mich bewegen. Die einen Platz in meinem Herzen haben, für immer. Menschen die ich dieses Jahr verloren oder (wieder)gefunden habe oder die mich einfach so schon mein ganzes Leben begleiten und lieben.
Es soll ein großes Danke an diese wundervollen Menschen sein und ich hoffe mir gelingt mein Vorhaben sie annähernd in Worte fassen zu können und zu beschreiben wie wunderbar sie sind. Einige aber nicht alle Geschichten werden auf den ersten Blick nicht gut ausgehen, doch meine Leser wissen ohnehin dass ich noch nie ein Freund des ersten Blickes war.
Oder: “Open your eyes.”
Und es ist vorbei. Wiedermal. Diesmal virtuell. Nur die Tränen, die sind real. Ich weiß nicht welches Ende intensiver war. Das Ende als wir erwachten und realisierten, dass wir nicht funktionieren, oder das Ende an dem wir merkten seelisch immer noch so sehr gebunden und verwoben zu sein, dass wir nun endgültig alles kappen müssen was in unserer Möglichkeit steht. -Der Hoffnung wegen, dass die Kraft der Magneten endlich nachlässt.
…und zur Zeitumstellung, die ja wie ausgemacht meine ist:
Heute Nacht. Von drei auf zwei Uhr zurückstellen. Eine Stunde in der die Zeit still steht. Würden wir uns genau nur in dieser einen Stunde sehen, wäre es dann als würden wir uns gar nicht sehen? Wir hätten eine Stunde die wir in unserem Deal nicht berücksichtigt haben. Eine Lücke in unserem eigenen System…
Und in Wahrheit ist es dann doch einfach nur die Augen zu öffnen und zu sagen: Wir haben eine Stunde länger Zeit um es endlich zu schaffen. Um weiter gegen uns anzukämpfen. Um uns endlich loszulassen.
Du für dich. Ich für mich.
Oder: “Wieso bekomm ich eigentlich immer die kaputten Jungs?”
Großes Thema dieser Woche egal ob am Arbeitsplatz in der Uni oder im Freundeskreis: Der Dämon namens Liebe.
“Du hast aber auch ein Händchen für schräge Typen.” “Ja, ich weiß, doch auch die haben ein Recht darauf geliebt zu werden”, grinse ich. In Wahrheit ist es nur ein Grinsen um es abzutun, um einen Punkt dahinter zu stellen und kein Fragezeichen, denn ich mag keine Fragezeichen mehr.
“…und wir laufen um uns zu begegnen…”
Reflektierend gesehen waren sie doch alle ein bisschen kaputt meine Jungs und ich dachte immer es richten zu können. Nicht jemanden verändern, nicht drehen nicht wenden. Sie einfach zu lieben wie ich sie kennen gelernt habe, wie sie wirklich sind. Von Anfang an ich zu sein, damit auch jeder genauso sehen kann wer ich wirklich bin. Ich bin die wegen der man noch dreimal zurückfahren muss, weil ich was vergessen habe. Die, die jeden Tag aufs neue ihren Schlüssel nicht findet und kurz vorm weggehen panisch danach sucht. Die man vor dem ersten Café am Morgen nicht vollquatschen sollte. Süchtig ist nach Fantasien, nach dem Moment, wenn sich zwei Geister völlig durchdringen, ineinander verweben um dann weiter zu gehen als sie sollten. Die zwangsweise bei einem zubereiteten Getränk kosten muss, nur um zu wissen wie es schmeckt, obwohl es doch genau dasselbe ist wie meins. Die gerne Recht hat und sich noch mehr freut, wenn sie es beweisen kann. Die hübsch und intelligent ist und in anderen Momenten total abgefuckt und planlos in der Jogginghose durch die Wohnung läuft. Die ständig Zahnpastatuben offen lässt über Teppiche und Stühle fällt und nebenbei noch unbewusst Feuerzeuge klaut. Die für andere in oft nicht nachvollziehbaren Momenten zu Tränen gerührt ist. Die gerne allein ist und noch viel lieber zusammen…
Doch so viel man auch ist und nicht ist, weiß ich genau was ich auf keinen Fall war, bin, jemals sein werde und auch nie sein will: Eine Psychologin, die all das richten kann was andere zuvor kaputt gemacht haben. Bei mir gibts keine schwarze Couch und keine kleinen grünen Topfpflanzen die am Fenster stehen. Bei mir gibts nur mich! Davon aber dann jede Menge.
Jeder ist ein bisschen kaputt, jeder hat schon viel erlebt. Viel zuviel hat uns alle schon zu Boden fallen und zerbrechen lassen. Was soll das verdammt nochmal? Es gibt genug die es trotzdem schaffen klar zu kommen, nur eben wahrscheinlich nicht allzu viele für mich. Vielleicht gibt es auch nur einen, wer weiß.
Und so schließe ich einfach die Augen und freue mich auf meinen ganz normalen wunderbaren All-In Jungen um ihm früher oder später zu begegnen, ihm in die Augen zu sehen und zu sagen: “Hello it´s just me.”
Wenn ich an unsere Zeit zurückdenke, dann denke ich an die Tage am See, an den Abend am Berg, an den Abend als du das erste Mal bei mir warst. An die Nacht in der wir uns getroffen haben, über diese Ampel diskutiert, und damit alles Anfing.
Ich denke an die Tage und Nächte an denen wir gelebt haben.
Zeit in der jeder von uns für den anderen Platz in seiner Welt gemacht hat. Unsere endlosen Gespräche über all die irren Sachen die uns im Kopf herum schwirrten, mit dieser Magie im Raum, mit dieser unbeschreiblichen spürbaren Magie, die uns wie eine Droge nicht mehr los ließ.
Die uns schließlich glauben ließ es wäre besser die Welt hinter dem Fenster draußen zu lassen und uns unsere eigene Welt in diesen vier Wänden genügen wird, für den Rest… um glücklich zu sein. Wir vergaßen beide was jedem einzelnen wirklich wichtig ist, was uns glücklich macht: Der Zufall und der Rausch unbeschreibliche Dinge zu erleben. Irgendwann fiel uns dann die Decke auf den Kopf und jeder flüchtete sich wieder in seine Welt, ohne den anderen dahin mitzunehmen.
Umgeben von all diesen Welten trafen wir uns dann nur noch in einer. In der Welt, die wir beide nicht leiden können. In der “essen, schlafen, ficken” Welt, die wir beide schon vor unserer Zeit hinter uns ließen. Um uns dann schließlich zu begegnen.
Wie stünde es um uns in einer Welt, an der wir am Fluss liegen, auf Berge gehen, von Stiegenhäuser spucken. In der wir einfach mal am Wochenende an den Bahnhof fahren, eine Münze werfen und in irgendeinen Zug einsteigen? In der wir uns endlich wieder gemeinsam verlieren können. In der wir nicht nebeneinander sondern miteinander leben, in der wir den anderen nicht nur in unser Bett sondern auch in unser Leben lassen. Die Welt die wir schon hatten, bevor wir nicht mehr aus diesen vier Wänden raus gingen und uns im Fernsehen jeden Abend unseren Untergang ansahen.
Wie konnten wir nur auf die Idee kommen, dass es gut wäre, zwei rastlose Menschen einzusperren und auch noch zu glauben, dass sie so endlos glücklich werden würden?
Ich glaube keiner von uns will dorthin zurück, jeder hat Angst davor, Panik, Klaustrophobie.
Die Angst davor treibt mich dazu an jeden Tag aufs Neue gegen meine Gefühle an zu kämpfen, jeden Tag in dieses Schlachtfeld zu ziehen und nicht einmal zu wissen, ob ich für oder gegen mein Glück kämpfe. Ich wünsche mir so sehr Rast…
„Hallo mein Name ist S. und ich bin hier um M. löschen zu lassen.“
-Es hat damals wie heute nicht funktioniert…
Ich war noch nie ein Fan von halben Sachen. Ich war schon immer hungrig, hungrig nach Leben, nach irren Momenten, in denen man sich verlieren kann. Nach Szenen in meinem Leben, die in den besten Filmen nicht vorkommen. Nach dem Zufall, der einen plötzlich packt und mitreißt. Nach unglaublichen Dingen, nach kleinen banalen Sachen, wie ein nettes Lächeln eines unbekannten Mannes, ein gutes Gespräch auf einer Terrasse bei einem Glas Wein, oder ein gemeinsames Schweigen weil der Sinn hinter allem nicht in Worte zu fassen ist.
Süchtig nach diesen Dingen, meiner Droge, um in dieser Welt nicht unter zu gehen.
Raum und Zeit für mich selbst, auch um zu überdenken, nach was es sich lohnt zu streben, und was man lieber lassen soll. Ich bin eine Frau die weiß was sie will, so emotional erkannte ich mit der Zeit meine starke Seite, die mir hilft um manche Dinge zu kämpfen und andere lieber zu lassen, um weiterhin glücklich sein zu können um weiterhin das Schöne und Gute in dieser Welt zu sehen.
Auf dieser Suche kann es schon einmal passieren, dass man springt um zu fallen, mit dem Wissen nicht aufgefangen zu werden. Nur Narren springen dann ein zweites mal. Doch hin und wieder bin ich gerne ein Narr, wenigstens ein Narr der von alleine wieder aufsteht und sich den Staub von Gewand schüttelt. Nun eben auch ein zweites mal…
Mein Prinzip ist eigentlich ganz einfach: ich möchte leben, und das nicht nur halb…, “Drum pack ich meine Sachen und bin raus mein Kind…”
Mein Weg und nach langem hin und her hab ich mich wieder gefunden und bin glücklich damit, weil ich weiß dass sich Schall und Rauch früher oder später so und so ganz auflösen wird.
Auch die Frage die mich jetzt noch beschäftigt, werde ich früher oder später auf meinem Weg verlieren, weil ich nie eine Antwort darauf bekommen werde, weil es vielleicht gar keine Antwort darauf gibt.
Die Frage danach, wer eigentlich verloren hat?
“Du dich? Ich mich? Oder wir uns?”
Wie kann das sein? Da trifft man ihn. Denjenigen welchen, der gemeinsam mit einer Handvoll anderen Leuten auf der persönlichen schwarzen Liste steht. Noch dazu ganz oben… schon längst damit abgeschlossen, schon längst weitergedreht. Man rechnet mit Allem, schließlich kennt man ihn ja, schon mal gehabt, schon durchschaut…
Jedoch mit was man nicht rechnet ist mit ihm zu reden und dabei das Gefühl zu haben noch nie zuvor mit ihm gesprochen zu haben.
Mit was man nicht rechnet ist ihn zu küssen und dabei das Gefühl zu bekommen ihn noch nie zuvor geküsst zu haben. Sich in diesen “ersten” Kuss so zu verlieren, dass man auf der Stelle alles vergisst.
Mit was man nicht rechnet ist ihn zu umarmen und sofort danach süchtig zu werden.
Ich kann mich wohl ganz offiziell als Junkie bezeichnen, der nur kurz nach dem Entzug nichts besseres zu tun hat als bei der ersten Gelegenheit wieder nach seiner Droge zu greifen und sich vorher auch noch einzubilden, dass man kein zweites Mal süchtig werden kann…
Für mich auf einmal ein wildfremder Mann. Den ich gerne kennen lernen würde, würde ich ihn nicht schon kennen. Und so frag ich mich wieder:”Ist das Leben wie ein Spielfilm, oder geht’s um irgendwas?”
Das ist er, der Mann den man schon hatte, der Mann mit dem es nicht gut ausging, der Mann der einem plötzlich auf eine wunderbare Art und Weise fremd erscheint. Real nachgedacht ist er eine Katastrophe. Real nachgedacht wäre es eine Idiotie sich nochmal auf ihn einzulassen. Real nachgedacht war unsere Beziehung wunderbar nur konnte er es nicht sehen. Blinde bleiben blind. Menschen die das Glück nicht sehen können, werden immer weiter danach suchen. Menschen die sich von der Sonne wegdrehen werden immer in ihrem Schatten stehen.
Und so frag ich mich: Ist eine zweite Chance eine Chance? Oder ist eine zweite Chance einfach dazu da dass zwei Leute, die wissen wie es ausgeht, noch mal voller Enthusiasmus in den Abgrund springen? Ändern sich Beziehungen beim zweiten mal? Wird auf einmal alles gut? Oder war das erste Ende einfach nicht dramatisch genug und es muss ein Neues Ende kreiert werden? Kann es überhaupt einen Neubeginn geben, wenn davor schon etwas da war?


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