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Da versteh einer mal die Männer…

Heute hatte ich ein Treffen mit einem Paradebeispiel eines Mannes wie ich sie kenne. Ein alter Bekannter, ein lieber Kerl und in Sachen Liebe total verkorkst und deswegen Kopfmensch und Realist ist.

„Darf ich vorstellen, meine zukünftige Exfreundin.“ Vor Jahren fand ich diesen Satz etwas grausam, doch er hatte Recht behalten, denn sie war es wirklich, seine zukünftige Exfreundin. Und als wir heute so dasaßen und über unsere zerbrochenen Beziehungen redeten, weihte er mich ein, in die Phasen die Männer von seinem Schlag durchmachen. Männer wie er, die nur glücklich sind, wenn sie unglücklich sind (obwohl er es anders definierte, doch in diesem Satz kam so oft das Wort glücklich- unglücklich vor, dass ich irgendwann nicht mehr folgen konnte):

„Also liebe S. es ist ganz einfach: Phase 1: Man(n) sieht sie, alles ist neu, alles ist interessant, der Kick ist da. Man(n) will sie haben, komme was wolle… und kämpft und jagt und erobert, bis man(n) sie auch bekommen hat. Und dann: ist man unglücklich, und triftet sofort in Phase 2 ab: Denn nun hat man(n) sie ja wirklich. Man hat sie an der Backe kleben und findet das auf einmal nicht mehr so toll und erkennt dass man(n) nicht mehr frei ist. Das man(n) all seine Freiheiten aufgeben muss, und sich auf einmal einbildet sich für alles rechtfertigen zu müssen. Alles wird zum Zwang, man zieht sich zurück und kommt in Phase 3: Man(n) wünscht sich die alte freie Zeit zurück, wo man(n) tun und lassen konnte was man(n) wollte. Die Frau kommt einem plötzlich gar nicht mehr so prickelnd vor, wie zu Beginn und so beginnt man(n) zu sticheln, Fehler zu suchen und ihr keine Liebesbeweise mehr zu geben. Die Frau merkt das, und tut genau das falsche: Sie klebt. Sie klebt an einem. Ständig. Bis man immer öfter streitet und in Phase 4 eintaucht, wo es einfach irgendeinem von den beiden reicht und jemand das Ganze schließlich beendet.“

… ich musste lachen und ihn fragen, ob er etwa bei all meinen letzen Beziehungen dabei war. Aber Frau S. ist ja noch Optimistin und fragt:„Aber was ist dann? Was wäre, wenn du denkst es war ein Fehler, warum möchten manche Männer genau dahin wieder zurück wo sie eigentlich weg wollten?“

Seine Antwort war ganz einfach, fand er jedenfalls:“ Aus Gewohnheit. Denn auf einmal hat man ja seine Freiheit wieder und weiß trotzdem blöder Weise nicht wie man sein Wochenende denn verbringen soll. Und außerdem ist da dann wieder der interessante Aspekt dabei, ob man sie denn noch einmal haben könnte, wenn man wollte, und die Phasen gehen von vorne los…“

Gut, mehr wollte ich nicht wissen, außer eins noch:“ Du. Ch. sind alle Männer so? Oder gibt sich das irgendwann?“ Er überlegte kurz und sagte:„Als ich noch jung war, dachte ich das gibt sich. Doch heute muss ich mir eingestehen, dass es sich nicht gibt. Es ist so, es bleibt so, und ich wünschte es wäre anders. Ich wünschte es gäbe eine Frau, bei der es anders wäre. Und JA, alle Männer sind so. Jedenfalls diejenigen die wie ich immer nur glücklich sind, wenn sie an einer Schneide stehen, an der sie eigentlich unglücklich sind, das Glück zwar nah, sich aber wieder umdrehen und genau deshalb total glücklich in ihrem Unglück sind und umgekehrt.“

So gab und gibt es für mich nichts mehr zu sagen als:“Ich glaube bis heute nicht, dass ALLE Männer so sind. Nur meine.“