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“Ich erinnere mich als wir zwei damals gemeinsam auf dem Skateboard sitzend diesen Berg herunter gefahren sind, aus dem Gleichgewicht gekommen und uns flächenweise unsere Haut abgeschürft haben. Alle haben uns gefragt, ob wir nicht ganz dicht sind, sowas zu machen. Ja sie hatten schon Recht, aber es war lustig…
Weißt du noch, als wir unsere Fantasiewelt in diesem Wald geschaffen haben, beim Wasserfall, der Tunnel der unter der Straße durchgeht und unser Baumhaus, … eine wunderbare Zeit.
Oder als wir im Strandbad unsere selbstgemachten Armbänder verkaufen wollten, aber zu feig waren jemanden anzusprechen?
Und oh Gott, dann kam diese schreckliche Phase, als wir auf diese Boyband abgefahren sind. Man man, waren wir kaputt….
Aber Nächtelang Nintendo spielen war super! Ja, das wars! Genauso wie bei deiner Oma abzuhängen und Kuchen zu essen.”
Es war wunderbar. Wir zwei hatten ne schöne Kindheit, weil wir uns hatten. Obwohl du doch ein paar Jahre jünger bist als ich. Es waren nur wir zwei und die ganzen Jungs. Man, was bist du hübsch geworden! Und heute, wenn wir uns sehen, trinken wir Wein und reden über Männer, Beziehungen, Sex… Du fragst mich ständig nach Tipps und doch hat deine Beziehung beinahe länger gedauert als alle meine zusammen. Ich bin immer noch dein Vorbild und doch warst du es, die mich damals in Italien, als wir Kinder waren, diese Klippe hochgezogen hat, weil mich die Kraft verließ.
Du warst schon immer unglaublich stark, auch in deiner Beziehung. – Und ich hoffe dass es dein Neuer nicht vergeigt. – Du bist ein wunderbarer Mensch, meine Kleine und wir treffen uns viel zu selten, wo wir doch eigentlich Tür an Tür wohnen. Aber das schöne ist, wenn wir uns treffen, sind wir immer wir zwei, bis spät in die Nacht. Lachend, quatschend, erinnernd, umarmend.
Vielleicht bin ich mit der Zeit etwas kaputter geworden als du, doch das Einzige was uns im Moment voneinander unterscheidet ist, dass bevor ich mich nochmal auf eine Beziehung einlasse, geh ich lieber zu deiner Oma – Kuchen essen
Tage und Nächte am See mit grillen, lachen, spielen, chillen, rauchen und still sein. -Zurücklehnen und das Leben an sich ran lassen bevor man sich dann morgen, hoffentlich nicht allzu ohnmächtig, den Kondolenzbekundungen hingibt.
Was bleibt? Erinnerungen. Erinnerungen an wunderschöne Momente. Vielleicht ist es das, was Leben ausmacht. -Erinnerungen zu sammeln um sie dann zur richtigen Zeit Revue passieren zu lassen.
So wie die Erinnerungen an deine irr witzigen Geburtstags- und andere FEIERtags Geschenke.
An drei kleine Kinder stehend auf der Kuppe eines alten Panzer, die Hände in die Luft gestreckt mit dem Gedanken daran jeden Krieg besiegen zu können. Erinnerungen daran, dass du die Kindes-Idee von mir anstatt 10 Groschen 10 Schillinge zu sammeln um mir dann irgendwann einmal ein Wohnmobil zu kaufen und durch die Welt zu gondeln als Einzige gut fandest. Dass ich mit dir gemeinsam meine erste Oper erleben durfte und ich damals die Einzige in meiner Klasse war, die mit ihrer Oma zu MC Donalds essen ging, weil das alle anderen Omas nicht gut fanden. Dass es egal war, wie schmutzig und zerzaust ich vom spielen aus dem Wald heimkam. “Sie ist eben ein lebendiges Kind.”
-Diese und viele mehr….
Und wenn ich heute auf meinen Nachttisch das Buch vom “kleinen Ich bin Ich” stehen sehe, das du mir schon geschenkt hast als ich erst ein Jahr alt war, weiß ich dass du mich einfach immer nur MICH sein ließest. Mit all meinen Ideen, mit all den Fehlern, mit all den Wunden am Knie und immer mit einem Grinsen im Gesicht.
Und somit werde ich morgen trotz all der Vorsätze stark zu sein, um dich weinen…- weil ich ICH bin. Mit all den schönen Erinnerungen in meinem Kopf und mit meiner Seele weit offen, weil ich es auch heute immer noch bin: Ein lebendiges Kind. Danke.


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