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Eigenartig wie es sich an fühlt. Enthusiasmus und Bedacht. Vorsichtig  die Annäherung und trotzdem das Wissen zueinander zu gehören. Schon so lange. Verschieden wie Feuer und Wasser sind wir gut darin wir selbst zu sein. Er für sich und ich für mich. Hinter uns ein Schlachtfeld, vor uns die Sonne Brasiliens.

Mein Weggefährte, Lamm und Löwe  lässt tief blicken und jedes mal aufs Neue erstaune ich vor seinem Mut, der unendlichen Kraft und dem starken Willen. Vertrautheit, weil sein Lächeln  heute genauso wie damals die Welt kurz still stehen lässt. Weil er immer noch mit mir lacht, weint und tanzt. Weil ich immer noch ich bin und trotzdem die Seine.

Weggefährten. Ich werde mir nicht anmaßen zu glauben dass wir auf ewig gemeinsam einen Weg bestreiten, aber manchmal hüllt sich der  Zauber des Moments einfach so in den Mantel der Ewigkeit und besteht darin auf immer fort.

…und plötzlich ist alles anders. Von den Launen meines Lebens könnte man im Moment ein mittelgroßes Schleudertrauma bekommen.
Die letzten Wochen waren großartig, so viele Aussichten, Einsichten und Erkenntnisse in einem Meer von Gefühlen wie ich sie seit Jahre nicht mehr hatte. Aber wie das eben so ist folgt auf jedes Hoch in meinem Leben ein wunderbarer Abgrund den man zuvor nicht sah oder nicht sehen wollte. Ich  musste lachen über diesen pech schwarzen Humor den der Moment mit sich brachte…

Müsste nicht eigentlich ich diejenige sein die Angst  vor dem Leben hat? Angst davor in eine ungewisse Zukunft zu gehen? Angst davor eine Hand zu halten, mit dem Bewusstsein dass sie immer wieder loslassen werden…. Aber ich habe diese Angst nicht (mehr). Ich kann ebenso wenig in die Zukunft blicken wie jeder andere Mensch und es macht mir keine Angst. Weil ich gelernt habe für den Moment zu leben. Deswegen ist mein Leben nicht verplant. Ich weiß nicht wo ich in drei Jahren sein werde darum wurde ich plötzlich zum Risiko. Zum unbekannten Risiko für den Jungen dem ich von Anfang an meine Seele zu Füßen gelegt habe.

…und gerade dieser Moment zeigte mir wieder, dass man sein Leben auch gar nicht planen kann, selbst wenn man es wollte. Denn es gibt so viele Wege, Kreuzungen, Steine, Wiesen… und der Wind dreht sich ständig.

Da passiert Monate lang nichts und dann verändert sich von einem Tag auf den anderen alles. So scheint es, ist aber nicht so. Es sind unsere Entscheidungen die wir treffen. Es sind die kleinen, wie einen anderen nach Hause Weg zu nehmen als gewöhnlich, mal eine Stunde länger als normalerweise in der Bibliothek zu sitzen oder doch noch schnell auf einen Café  zu gehen. Keine richtigen Entscheidungen würde man denken und doch führen sie alle zusammengefügt ganz wo anders hin, als hätte man sie nicht getroffen.

All diese kleinen Entscheidungen, Momente, Zufälle haben mich nun zu einer wirklichen und großen anstehenden Entscheidung geführt. Nichts Ungewöhnliches würde man meinen. Wäre diese Entscheidung nicht letztes Jahr um diese Zeit schon da gewesen. Genau die Selbe und es muss noch mal aufs Neue entschieden werden.  Ich fühle mich zurückversetzt. Um ein Jahr. 2009 war so anders  und endet dennoch mit derselben bevorstehenden Entscheidung wie 2008 geendet hat.

Zufall? Ich weiß es nicht, aber es ist irgendwie aufregend. Es ist wie in so manchen Filmen in denen man sehen kann, welche Wende das Leben der Hauptprotagonisten nimmt, hätten sie sich in dieser einen Situation anders entschieden. Das Problem ist nur dass zu dieser Entscheidung eine große Portion Mut gehört, sie ist Risikoreich. 2008 nahm ich den sicheren Weg, ich war nicht bereit, hatte zuviel Angst, hing noch zu sehr am alten Leben. Blickte mehr zurück als nach vorne.

Ich bin über den Ausgang der damaligen Entscheidung  nicht unzufrieden, sie führte mich nur dorthin wo ich schon einmal stand. Es ist nicht gut, es ist nicht schlecht. Ich habe nicht die Hoffnung dass der andere Weg der bessere ist, ich weiß nur dass er anders sein wird. Und obwohl ich immer noch ein bisschen ängstlich bin, bin ich hungrig. Hungrig nach diesem Weg. Danach ihn einfach zu gehen.

…is killing me so sweet, like a torture that i need for my way back home.”

Ich weiß nicht wann oder womit ich diese  Angst bekam. Die Angst vor der Liebe. Ein grenzwertiges Spiel, wenn man versucht genau an den Punkt zu gelangen an dem man noch alles unter Kontrolle hat und sich trotzdem für den Moment hingeben kann. Die letzten Tage bin ich einen Schritt weiter gegangen. Einfach so zum Spaß, denn es fühlte sich so leicht an. Augen-Blicke.  Hineingefühlt in eine hätte könnte sollte wollte Welt. Es fühlte sich so echt an, etwas zu echt für meinen verkorksten Geschmack. Was für eine Qual. Alles in mir wehrt sich, will weglaufen, sträubt die Haare vor dieser Droge. Herz und Verstand klaffen auseinander wie eine frisch durchtrennte Wunde.

“Love destroy my chroming soul…”

Sich jetzt nach all dem, nach all der Zeit die vergangen,  allen Änderungen die gekommen sind und bald kommen werden, mich plötzlich in ihn zu verlieben, wäre wohl die masochistischste und ironischste Geste meiner Selbst.

Ich weiß noch wie traurig ich vor einem Jahr war. Ich hatte mich verlaufen und um mich herum war es dunkel. Zu dunkel. Ich konnte nichts sehen nichts fühlen. Verloren, zu viel verloren.

Und als es nicht mal mehr ein Bergab gab lernte ich ihn kennen … und fühlen.

Mich weinen lassen, mich schreien lassen, mich lachen lassen, mich tanzen lassen, mich betäuben lassen und mich gehen lassen.
Mich mich sein lassen, so wie sie es immer getan hat. Ohne Zweifel dass jeder Moment der Richtige ist.

Ich weiß noch wie traurig ich vor einem Jahr war, und wie glücklich mit dir. Danke.
Happy Birthday mein Freund.
Wie grau wäre meine Welt ohne Menschen wie du einer bist.

Liebe ist ein Fetisch,
man kann sie nicht finden,
nur in sich erkennen
und dann
ausleben.

Hand in Hand bis wir uns dann wiedersehen meine Liebste.

Dich zu mir wünschen, hier zu mir.
Doch wenn die Welle der Sehnsucht überschäumt
und schließlich am Fels der Erinnerungen zu einem Lachen bricht,
dann lernt man hören.
Dich zu mir wünschen, hier zu mir.
Doch wenn die Traurigkeit an einer Straßenecke ihren Abgrund verliert
und nicht mehr nach ihm sucht,
dann lernt man fühlen.
Dich zu mir wünschen, hier zu mir.
Doch wenn dein Lächeln unter die Haut kriecht
und nach Erdbeermarmelade schmeckt,
dann lernt man sehen.
Dich bei mir wissen, hier bei mir.
sie hören
sie fühlen
sie sehen
deine bunten Fingerfarbenabdrücke
auf meiner Seele.

© by barfussinsalzburg

Beinahe ein halbes Jahr ist vergangen als ich den Entschluss fasste zu gehen. Ich sagte damals nicht Auf  Wiedersehen, weil ein Auf Wiedersehen für uns schon längst keine Bedeutung mehr hatte, da es doch ständiger Bestandteil unserer Ära war. Nach zwei Jahren “Hide and Seek” hatte ich endlich keine Lust mehr. Verbittert und enttäuscht weil ich ihn so unterschätzt hatte. Unterschätzt, seine Angst, diese unglaubliche Angst vor so Vielem. Ich ließ ihn an meine Seite weil ich dachte er würde stark genug sein. Weil ich dachte er wäre genauso hungrig. Es ist nicht seine Schuld, eine Erkenntnis auf die ich lange warten musste.

Beinahe ein halbes Jahr ist nun vergangen bis Lady Zufall uns wieder begegnen ließ. Ein Teil von mir wird ihn immer lieben, weil wir doch ein Stück unserer Seele teilen. Weil die zwei Jahre trotz allem einzigartig waren. Weil es Momente gab in denen wir uns näher fühlten als wir es jemals für möglich gehalten hätten. Weil wir für eine Zeit lang unschlagbar waren.

Beinahe ein halbes Jahr ist vergangen. Ich sehe ihm in die Augen, erkenne die Angst und die Unsicherheit, die sich hinter seinem strahlendem Gesicht verbergen. Er spricht von den zwei Welten, von seiner und von meiner. Ich kenne diesen Satz nur zu gut, er ist sein grün blinkendes Exit Schild, das er sich sofort vor Augen halten kann, wenn er verunsichert ist. Es gibt keine zwei Welten, nur die Eine, doch ich wollte ihm diese Illusion nie nehmen, da sie mühsam erschaffen wurde um die Ängste erträglicher zu machen, wie sonst könnte er sie rechtfertigen? Manche Menschen verdienen einfach mehr als die Wahrheit. Darum sage ich nichts, unterbreche ihn nicht, seinen Monolog dem keine Frage voran ging. Nur im Stillen frage ich mich warum er sie immer noch in sich trägt, die Angst vor der Liebe zu mir.

Geplant war der Besuch eines Festes in dem besagten Steingewölbe, das schon neben schlicht guten, ein-zwei wirklich magische Nächte für mich bereithielt.
Kurz davor entscheidet man sich spontan dann doch dem Alkohol und all den anderen Lastern zu entsagen und findet sich im Theater wieder. Hört Mozart und versinkt darin.
Ich halte die Luft an, lächel, schaue an die Decke des Saales und überlege mir ob die Magie der Nächte vielleicht doch einfach nur an großartigen Entscheidungen liegt.

CUT

Ich verlier mich in ihren Worten, ein Abend voller Poesie. Leute die die Bühne betreten und ihr Wort-Werk vorstellen. Zum lachen, nachdenken und … Memo hierbei an mich: nicht immer sofort los heulen. Manch Gesagtes schwebt mir heute noch im Kopf herum. “Was fehlt zum glücklich sein?”
Diesen Gedanken hatte ich schon des öfteren. Sei es damals noch wegen anderen, die es nie konnten für einen Moment still zu stehen und glücklich zu sein, oder heute wenn mir hin und wieder mein leerer Blick begegnet. Weil mir ihr Tod immer noch wie eine einzig große Welle, binnen Sekunden, den Boden unter den Füßen wegreißen kann und ich jedes mal aufs Neue Acht geben muss um nicht in diesem salzigen Wasser zu ertrinken.

“Denn zum glücklich sein  fehlt dir der Wille.”

CUT

In der Pause regnet es wieder Blüten. Doch dieses mal sind sie weiß. Ich halte meine Hand auf und lasse eine davon in sie hineingleiten. Sie fühlt sich an wie hauch dünnes Papier. Ich muss lächeln, es hat schon alles seine Richtigkeit.

CUT

Ich umarme und küsse sie, halte sie ganz fest. Weil sie die wunderbarste Mutter für mich ist. Weil meine Kindheit ein ganz realer Seifenblasen Traum war. Weil sie mir in meiner Jugend nie Mauern vor meinem Leichtsinn hochgezogen hat und mir ohne Verbote einfach immer nur erklärte wie sie die Dinge sieht. Weil es Grenzen mit grenzenloser Liebe gab und ich sie so sehr bewundere wie man genau diesen Punkt treffen kann. Weil sie mich schon so oft vorm ertrinken gerettet hat und dabei nie müde geworden ist. Weil sie  für mich heute noch wie eine Superheldin ist.

CUT

Die Nacht sowie die Gedanken klar. Luft und Atem sind warm. “Was fehlt zum glücklichsein?”
…und wieder muss ich lächeln.

Ich betrete die Küche, irgendetwas ist anders, ich kann es fühlen, drehe mich um und erkenne es sofort. Es ist so auffällig als hätte jemand den ganzen Raum mit den buntesten aller Frühlingsfarben angestrichen. Ich halte kurz inne, bin verwundert, durcheinander und muss mich zusammenreißen um den Blick wieder abzuwenden, wie gewohnt meinen Café zu machen, ich drehe mich wieder um, kann es fühlen. Jetzt nur den Moment nicht stören…
Ich gehe.

Bei mir angekommen spüre ich wie mein Herz pulsiert.
Meine Eltern waren immer gute Eltern, nein sie waren und sind ausgezeichnete Eltern, hätten einen Orden verdient, für ihr Wesen, für ihr Sein. Deshalb war ich als Kind so oft traurig, weil ich wusste, dass sie nicht glücklich sind und welchen Kampf sie kämpfen für uns, für uns drei die sie nicht zurücklassen wollten in einer verkappten Scheidungs-Familie. Und doch hab ich mir so oft gewünscht sie würden sich scheiden lassen, damit ich es nicht mehr mit ansehen muss, diese Kälte zwischen ihnen, diese Oberflächlichkeit, das Unglücklich Sein, das mich von Klein an traf wie auf mich herabfallende Steine, die ich mit der Zeit nicht mehr auffangen konnte.
…Weil ich schon immer gut darin war… im fühlen.

So wuchs ich auf und mir fehlte es nie an Liebe. An dieser immensen Liebe die sie für mich, für uns Kinder hatten, so viel als würde nichts mehr für sie selbst übrig bleiben.
Noch heute versteinere ich jedes Mal bei der ersten Umarmung eines neuen von mir Geliebten. Noch heute kann ich ihnen am Anfang nicht in die Augen sehen, aus Angst hindurch sehen zu können.
-So wie sie sich nie sehen konnten.

Versteinert. Wie vor ein paar Tagen in der Küche, die nie bunter und wärmer war, weil sie einfach ganz entspannt dasaßen. Ihr Kopf an seine Schulter gelehnt, sie lachten und er hielt ihre Hand, als wäre es das Selbstverständlichste. Keine Theater Vorstellung. Nur die zwei.

“S, wir gehen an den See.”
-”Mhm, ja, viel Spaß”
“S, wir gehen Radfahren.”
-”Ja ok. Viel Spaß”
“S, wir gehen später dann noch spazieren.”
-”Ihr macht WAS?!”
“Naja, es ist Vollmond und die Nacht ist so schön hell…”

Ich weiß nicht was es ist. Aber es ist gut.