Da passiert Monate lang nichts und dann verändert sich von einem Tag auf den anderen alles. So scheint es, ist aber nicht so. Es sind unsere Entscheidungen die wir treffen. Es sind die kleinen, wie einen anderen nach Hause Weg zu nehmen als gewöhnlich, mal eine Stunde länger als normalerweise in der Bibliothek zu sitzen oder doch noch schnell auf einen Café zu gehen. Keine richtigen Entscheidungen würde man denken und doch führen sie alle zusammengefügt ganz wo anders hin, als hätte man sie nicht getroffen.
All diese kleinen Entscheidungen, Momente, Zufälle haben mich nun zu einer wirklichen und großen anstehenden Entscheidung geführt. Nichts Ungewöhnliches würde man meinen. Wäre diese Entscheidung nicht letztes Jahr um diese Zeit schon da gewesen. Genau die Selbe und es muss noch mal aufs Neue entschieden werden. Ich fühle mich zurückversetzt. Um ein Jahr. 2009 war so anders und endet dennoch mit derselben bevorstehenden Entscheidung wie 2008 geendet hat.
Zufall? Ich weiß es nicht, aber es ist irgendwie aufregend. Es ist wie in so manchen Filmen in denen man sehen kann, welche Wende das Leben der Hauptprotagonisten nimmt, hätten sie sich in dieser einen Situation anders entschieden. Das Problem ist nur dass zu dieser Entscheidung eine große Portion Mut gehört, sie ist Risikoreich. 2008 nahm ich den sicheren Weg, ich war nicht bereit, hatte zuviel Angst, hing noch zu sehr am alten Leben. Blickte mehr zurück als nach vorne.
Ich bin über den Ausgang der damaligen Entscheidung nicht unzufrieden, sie führte mich nur dorthin wo ich schon einmal stand. Es ist nicht gut, es ist nicht schlecht. Ich habe nicht die Hoffnung dass der andere Weg der bessere ist, ich weiß nur dass er anders sein wird. Und obwohl ich immer noch ein bisschen ängstlich bin, bin ich hungrig. Hungrig nach diesem Weg. Danach ihn einfach zu gehen.

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