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Angekommen in einem Leben in dem sich Nichts und  Alles verändert hat ist es eigenartig sich früh morgens im Spiegel zu betrachten…

Ich war weg, sah magische Stätte und lernte wunderbare Weggefährten kennen. Alle wie ich auf der Suche nach dem Mehr und mit der Hoffnung nirgendwo anzukommen. Mit dem Zufall zu leben und darin aufzugehen. An meiner Seite ein Mädchen, die Reise ein Cocktail unserer Persönlichkeiten. Weit weg von der Heimatstadt sangen, sahen und liebten wir. Haben uns in engen Gassen verlaufen, auf atemberaubende Plätze niedergelassen und in tiefe Abgründe geblickt. Nur die Frage nach dem WIE wir uns denn kennen gelernt hätten ließ sie manchmal trüb werden, die Seifenblase in der wir uns bewegten. Weil wir wussten, wünschten, wollten, weil es einfach sein sollte. Sie, sie sollte einfach sein, da sein, dort mit uns…..Und doch war Sie es, so sehr dabei, und ließ sie schimmern für uns in allen erdenklichen Farben, Formen, Gerüchen und dem Geschmack nach Leben.

…und dann, mitten in der Reise doch kurz angekommen. In einer Stadt, die einem das letzte bisschen Zweifel nimmt. Angekommen, ausgestiegen und eine unglaubliche Hitze hüllte sich um jeden Quadratzentimeter der Haut drang durch sie hindurch um kurz darauf und für den Rest des Aufenthalts nur noch zu wärmen. Sevilla. Leidenschaftlich, aufregend, magisch und beruhigend zugleich.  Es ist wie mit einem guten Liebhaber. Im Nachhinein kann man sich, wenn überhaupt, vereinzelt an ein paar Details erinnern, aber das Gefühl dass man dabei hatte wird man nie mehr vergessen.

Das Gefühl, dass man  immer ein Paar mehr Träume hat als man verlieren kann im kalten Krieg gegen die Wirklichkeit.

Ein Tag voll mit Grinsen, Trampolinspringen, in der Wiese liegen und in den Himmel schaun. Voll mit Umarmungen die tiefer nicht gehen und ehrlicher nicht sein könnten…

und am Ende gabs sorgar noch mein bestelltes kleines aber feines Sommergewitter.

Einen Tag wie diesen, den hatte ich bitter nötig. Danke.

So, es ist genug. Ich hab es satt, die mitleidigen Blicke, das Getuschel…
Dieses Sorgen erfüllte “wie geht es dir?” kombiniert mit dem obligatorischen Getätschel am Rücken.

Es ist genug (Zeit vergangen). Auch wenn ich viel verloren habe, will ich am Ende nicht mich verlieren.
Es ist eigenartig, sich selbst zu vermissen.
Es wird Zeit, Zeit um Gefühle wieder zuzulassen,
Lachen, weinen, in den Himmel schaun, schmecken, riechen, fühlen, lieben, diskutieren, zuhören, andere vollquatschen, erobern, bewundern, frei sein. Mensch sein. Ich sein.
meine Ängste zurückzulassen,
Ihnen vorher nochmal kräftig ins Gesicht lachen, und sagen, was sie mich mal können.
und den Menschen in mir wieder hervorzukramen.
mit der Seele weit offen.
Hier mein Geheimnis: Nur ich weiß, dass ich gewinnen kann, weil nur ich weiß, wer ich wirklich bin.
..und nun geh ich und hol mir mein großartiges Grinsen zurück.
weil es Zeit wird, wieder heimzukommen.

Ich rief ihn an und erzählte ihm davon. –Von ihr.

Es war sein Geburtstag, ich hatte ihn vergessen, wie jedes Jahr.

Er hat meinen noch nie vergessen…

Er wollte sofort kommen, wollte wissen was er für mich tun kann. –Ich wollte nicht, war lange Zeit wie in Trance. Ein schlechter Trip. Ein scheinbar nie endender Albtraum.

Zwei Wochen ziehen vorbei. Zwei Wochen an die weiße Wand starren. Zwei Wochen alles hassen, verachten was lebt. Egal wo ich war, ob zu Hause oder am Meer. Dieser abartige Schmerz, der sich durch alles bohrt und nie zu enden schien. Im Gegensatz dazu erscheinen körperliche Schmerzen als ein Wunschtraum. Zwischendurch amten, irgendwann kommen keine Tränen mehr, dann wird einem schlecht. Doch selbst das ist egal. Alles belanglos, nichtig, grau.

Meine Schwester, wohl die größte Stütze in dieser Zeit.
Ich hör dich heute noch sagen:“ Jaja, die S. zum Feind möchte ich sie nicht haben, aber wenn sie mal jemanden mag…“ und dann hast du immer dieses Grinsen aufgesetzt und gesagt:“ …und MICH mag sie.“ Ja, meine Liebste, du hattest Recht. Dich mochte sie, sehr sogar.
Mich liebt sie über alles und für sie gibt es kein Aufgeben. Ich bewundere diese starke Frau die mir ganz klar und doch mit Tränen in den Augen zu verstehen gab: „Du musst weiterleben, für die, die dich lieben.“

Heute nun das Treffen mit ihm, weil er einer unter so wenigen ist der mich versteht, der mich nie ändern wollte. Weil es bei ihm nie den Zeitpunkt gab an dem ich dachte mich verändern zu müssen, um ihn glücklich zu machen.

Und als ich ihm Aufwiedersehen sagte, umarmte er mich lächelte mich an und sagte: “Du bist ganz bestimmt die beste Tyrannin unter allen.“ - Ja, weil er mich versteht. Weil ich ihm nicht einmal sagen muss, dass mir so vieles Leid tut. Weil er es weiß.

Und so ziehe ich los, allein, in mein neues Leben. Es fühlt sich etwas eigenartig an. Doch auch nicht fremd. Irgendwie als wäre ich schon immer ein Einzelgänger gewesen.

„Du wirst mir immer fehlen. Jeden Tag!Und es werden noch Millionen Momente kommen in denen ich um dich weinen werde.Aber du hast mir ein großes Erbe hinterlassen. Dein Erbe an mich.Durch diese Welt zu gehen und zurückzuschlagen. Am Boden zu liegen und wieder aufzustehen.
- Und das alles mit einem Lächeln im Gesicht.“

Wir sehen uns. Top.