„Wie weit ist vorbei?“
Bin ich noch ich? Wie kann man an einem Blog weiterschreiben, dessen Inhalt großteils Geschichten erzählt, die man ganz bewusst und gewollt hinter sich gelassen hat? Ich habe sehr lange überlegt, ob es Sinn macht hier her zurück zu kehren. Und obwohl mir heute vieles so surreal vorkommt; ich lese und erkenne sie: meine Geschichten, meine Höhenflüge, meine Schmerzen.
Und trotzdem, sie gehören der Vergangenheit an. Ich habe mich in der Zeit meiner Abwesenheit nicht grundlegend verändert, das wollte ich nicht, das musste ich nicht, das könnte ich gar nicht. Ich bin nur wieder ein Stückchen mehr ich geworden. Rückzug, Transformation um Herz und Seele aus einigen Sachen noch heil raus zu holen, die völlig aus dem Ruder gelaufen sind.
„Es ist bereits vorbei … viel später als man kann.“
Man muss wissen wann es an der Zeit ist ein Schlachtfeld zu verlassen, dessen Kampf man nie gewinnen wird können.
Drei Dinge im Leben sind unaufhaltbar: Zeit, Liebe, und Tod.
Und an diesen drei Dingen kann man entweder wie ein Märtyrer leidend zu Grunde gehen oder aber ihnen mit funkelnden und hungrigen Augen ins Gesicht zu lachen, aber gegen sie ankämpfen kann man nicht.
„Rückzug.“
Um die Wunden zu lecken, den trüben Blick wieder zu schärfen, mit Vergangenem abzuschließen und die Seele von Bänder zu entwirren, die sich mit jeder Bewegung immer tiefer in sie ein schnitten. Angetrieben von der Hoffnung wieder frei sein zu können, diese unendliche Trauer zu überwinden, Liebe wieder zulassen zu können und gleichzeitig mit dem Bewusstsein dass der Preis dafür hoch sein wird und Narben trotz allem bleiben werden. Was man dazu braucht?
- Viel Zeit, Liebe zu einem selbst und einen Tod.
„Die Erkenntnis um die hohe Mauer.“
Der Schutz den ich mir erbaut hatte um später dann zu meinem eigenen Fluch zu werden.
- Vierkantmauern aus Panzerglas.
Panzerglas ist kalt, eiskalt. Und legt man die Hand auf die Handfläche des Gegenübers hinter dem Glas so spürt man nichts bis auf die Kälte. Aber es ist ok, hörte ich eine Stimme sagen, es war schon immer schwer an mich ran zu kommen. War es das? War es das wirklich? Schon immer? Ich wusste keine Antwort darauf. Ich wollte keine Antwort darauf, bis sie auf einmal hart, scharf und klar vor meinen Augen war: – Panzerglas trägt nur Platz und Luft für einen in sich.
„Transformation.“
Loslassen, die Ängste, die Zweifel, die Wut. Diese unglaubliche Wut auf Zeit, Liebe und Tod. Menschen zu verlieren und es zu akzeptieren und doch dankbar zu sein, dass man sie hatte. Wut.
Zeit vergeht, Liebe nicht und der Tod ist so unglaublich lebendig. Wut.
Nähe und Liebe langsam aber doch nicht mehr mit den Augen voller Panik zu sehen, was Früher so kinderleicht erschien stellte sich als große Herausforderung dar .
„Leben“
Leben fließt, immer weiter und fortwährend. Man kann nichts festhalten, aber man kann Momente sammeln in sich aufsaugen und in ihnen aufgehen. Ich wusste dies vor langer Zeit und heute weiß ich es wieder. Heute steh ich hier und kann mit Sicherheit sagen nichts verloren zu haben.
Zeit um Wunden zu heilen. Liebe um wieder sehen zu lernen und Tod um wieder leben zu können.
Und so wundert sich Frau S. wie stark man manchmal sein muss, um nicht zu zerbrechen und gleichzeitig wie zerbrechlich man manchmal sein muss um nicht zu stark zu sein.

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