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So irr und wirr mein Bewusstsein oft ist, bin ich froh darüber dass mir mein Unterbewusstsein noch so richtig die Meinung sagen kann. Meine Träume haben es in sich, gewisse Dinge erscheinen realer als im Leben selbst. Sie heben das hervor was ich im Alltag nicht sehen kann oder nicht sehen will. Man muss nur auf die Zeichen Achten um das Rätsel zu lösen. Ich mochte das schon immer auch in der Realität, es ist aufregend.
Doch was ist wenn des Rätsels Lösung ich Selbst bin?
Es ist ein eigenartiges Gefühl, wenn das unterbewusste ICH so deutlich sehen kann, so anders ist.
Wenn kleine von mir dann und wann akzeptierte Schwächen gar nicht so klein sind.
Ein Spiel der Identitäten und doch weiß ich dass ICH heute Nacht nicht spielen wollte, sondern mir etwas zeigen.
“Ich seh’ ich seh’ was du nicht siehst, und das bist du.”
Oder:” Pleased to meet you, I hope you guess my name”
“Weißt du eigentlich, dass das mein Neuer wird”, lachte ich damals scherzend meiner Liebsten zu und deutete auf ihn. Wir saßen im Café und er zwei Tische weiter. Wir kannten uns nicht, hatten noch nie miteinander geredet und doch war er mir irgendwie vertraut. “Was jetzt wirklich?” sie sah mich verdutzt an und musterte ihn skeptisch. “Ja irgendwas fasziniert mich an dem Typen, aber ich hab keine Ahnung was es ist. Er studiert mit mir und ich mag seine Art ein Referat vorzutragen. So planlos und dann mit dieser Selbstsicherheit vorne zu stehen und keiner merkt was. Nur ich. ich musste insgeheim lachen. Er ist irgendwie anders.”
Doch wie anders er wirklich ist, sollte ich erst viel später erfahren…
Es dauerte nur einen Café und ein kurzes betrunkenes Zusammentreffen auf einem Fest bis diese besagte Nacht kam, uns in gelb-orange hüllte und somit unsere gemeinsame Geschichte einläutete.
Überhaupt war unsere ganze Beziehung wie ein Film. Von Anfang bis Ende getränkt in Tragik, breitem Grinsen, atemberaubende Momente, schönen Landschaften und einer unglaublichen Leidenschaft die einfach alles durchdrang. Bei jedem Treffen kam dieser magische Nebel über uns uns ließ uns abtauchen, in uns hinein tauchen, in die unendlichen Tiefen unserer Seelen.
Wann er Angst bekam kann ich heute nur noch Bruchstückhaft sehen. Ich bekam sie, als ich begann ihn zu lesen. Auf vielen Seiten ganze Kapitel lang sah ich seine Rastlosigkeit. Er drehte sich schneller als der Wind, bis ihm eines Tages so schwindlig war, dass er nicht mehr wusste ob er vor oder zurück geht. Wir konnten nie den nächste Schritt machen, weil wir nie wussten wo wir gerade waren. Vorne, hinten, uns zu nah oder weit weg? Wir sprangen über Welten, stampften ganze Ozeane aus dem Boden und am nächsten Tag gingen wir wieder unsere eigenen Wege zurück, weil ein wir auch heißt schwach zu sein. Weil ihm ein “Wir” mehr Angst machte als alles andere. Wir brauchen uns doch gar nicht! Zwei Tyrannen. Wer ist der Größere? Zwei Masochisten, wer leidet mehr? Zwei Sadisten, wer lacht zuerst? Machtspiele. Mutproben. Wir brauchen uns nicht – haben uns noch nie gebraucht. Monate in denen wir uns nicht hörten nicht sahen um dann auf einmal aus dem Nichts heraus wieder aufeinander zu prallen uns zu lieben uns zu halten. Festhalten. “Geh nicht!” Doch wir sind immer wieder gegangen. Weil er es nicht sehen konnte was es ist, diese Liebe deren Inbegriff wir waren, und ich irgendwann müde geworden bin. Müde es ihm immer und immer wieder zu zeigen.
Weil ich irgendwann merkte, wie anderes er wirklich ist.
Weil des Lebens Ruf an uns niemals enden wird.
Noch heute steh ich hin und wieder atmelos hier und kann den Punkt sehen an dem die Welle schlussendlich brach und zurückrollte.


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