Mit 'Tod' verschlagwortete Einträge

Kein Tag wie jeder andere

Hand in Hand bis wir uns dann wiedersehen meine Liebste.

Dich zu mir wünschen, hier zu mir.
Doch wenn die Welle der Sehnsucht überschäumt
und schließlich am Fels der Erinnerungen zu einem Lachen bricht,
dann lernt man hören.
Dich zu mir wünschen, hier zu mir.
Doch wenn die Traurigkeit an einer Straßenecke ihren Abgrund verliert
und nicht mehr nach ihm sucht,
dann lernt man fühlen.
Dich zu mir wünschen, hier zu mir.
Doch wenn dein Lächeln unter die Haut kriecht
und nach Erdbeermarmelade schmeckt,
dann lernt man sehen.
Dich bei mir wissen, hier bei mir.
sie hören
sie fühlen
sie sehen
deine bunten Fingerfarbenabdrücke
auf meiner Seele.

© by barfussinsalzburg

choices

Frage des Tages:“Wer bin ich? Und wenn ja, wie viele?“

Manchmal macht man Sachen, obwohl man weiß, dass sie jemand anderen weh tun werden. Denn neben all dem „könnte-wollte-sollte“ ist da noch mein rießen Ego, meine dunkle Seite. Ich bin bei weitem nicht so sattelfest wie ich immer rüber komme. Erst vor kurzem hat mir eine Freundin gesagt, wie sehr sie meine Stärke bewundere. Doch in Wirklichkeit habe auch ich Angst, Angst vor so vielen Dingen, habe meine Mauer hochgezogen und verstecke mich dahinter. Manchmal denke ich mir sie ist weg, doch sie ist einfach nur aus Glas, das tückische daran, man rennt so leicht dagegen.

Ich hatte vor einem knappen Jahr meinen Optimismus über Bord geworfen, weil mich das Leben so sehr enttäuscht hat fing ich an es zu hassen, es war so leicht. Das Leben zu lieben war viel schwerer. Doch selbst der Tod meiner Liebsten ist keine Entschuldigung dafür. Ich habe es mir immer so leicht gemacht, zu denken ich könnte nun berechtigt auf das Leben pfeifen, weil sie nicht mehr da ist. Es gab sogar Momente, da hasste ich sie, weil sie mich allein gelassen hat. Als hätte sie es sich aussuchen können. Als hätte sie eine Wahl gehabt…

Und in Wahrheit habe ich die Wahl. Jeden Tag. Die Wahl etwas mutiger zu sein, weiter zu gehen, hier und jetzt zu leben. Die Wahl alle Masken fallen zu lassen und einfach nur zu sein ohne zu vergehn.

„Der Stein“ – Eine Familiengeschichte

Das erste Young Directors Projekt „Der Stein- Eine Familiengeschichte“ ist abgespielt. Auf der Bühne kommen verdrängte Erinnerungen hoch, auch Erinnerungen die mit der Zeit einfach anders als damals wirklich gewesen im Gedächtnis bleiben. Der Inhalt: die Nationalsozialistische Zeit. Harter Tobak. Genial gespielt, doch vom Thema her nicht unbedingt meines, vor allem mit dem Rückblick, dass ich mir bis dato jedes Jahr ein Stück mit diesem Hintergrund angesehen hab.

So erfreute ich mich mehr meiner eigenen Familiengeschichte Backstage. Denn eine Schauspielerin reiste samt Hund und Kind an. Beide Mädchen, beide unglaublich. Zwei Wesen die mit Liebe nicht geizen.

Wieder mal selbst Kind sein, und doch der „Erwachsene“. Am Boden liegen und Bilder malen war einfach irre.

Und als wir zwei gestern so da lagen auf der Couch…
(M. gerade erst mal 6, etwas klein für ihr Alter und sieht aus wie ein Engel, blonde lange Haare, blaue Augen, irgendwie zerbrechlich und einfach wunderschön.)
… erzählte sie mir von ihrer Familie:„Also ich habe einen großen Bruder, der ist zwölf und einen kleinen Bruder, der ist noch ein Baby. Ich hab auch noch eine Schwester, aber die wohnt nicht mehr bei uns. Die ist tot. Die wohnt jetzt im Himmel. – Und ich frag mich, ob es ihr da wohl gefällt.“
Wow dieser Satz warf mich um und ich reagierte wie wohl alle „Erwachsenen“ reagieren würden und sagte mit vollster Überzeugungskraft:„Ahh, Im Himmel M., im Himmel ist es wunderschön.“

Ihre Antwort darauf war:„Woher willst du denn das wissen, du warst da doch noch nie.“ Ich korrigierte meine Aussage um ein „Ich glaube, im Himmel….“ danach war sie zufrieden und schlief etwas später in meinen Armen ein.

Ich danke der kleinen M. für wunderbare Stunden des Spielens, Chillouts und für großartige Gespräche. Für Umarmungen im richtigen Moment und für dieses großartige Kindergrinsen. Möge es nie vergehen.

Für dich

ihren anblick vor augen
ihren geruch im sinn
ihre stimme noch im ohr

habe ihr wesen erkannt
ihre liebe erfahren und
ihren mut in meinem herzen

mag sein
daß sie gegangen ist
und nie mehr wiederkommt

aber sie ließ genug zurück
um für mich am Leben zu sein

(Gerhard Feil)

Happy Birthday meine Liebste. Du fehlst!

how can I stop these tears from falling?

Nun ja, es zeichnet sich ab ich werde wahrscheinlich nicht alleine darüber hinwegkommen. „Hast du dir schon überlegt wie du das verarbeiteten willst?“ Die gestellte Frage, die ich immer öfter höre. Und natürlich hat jeder auch schon gleich eine Antwort parat. -Jeder will helfen, jeder ist da, nur dass ich das auch weiß… Ja, jeder, doch man will nu die Eine… wenn Liebe so tief geht, dass es weh tut. Und da frag ich mich, ob ich oft zu leicht mit diesem Wort Liebe (zwar nie ausgesprochen, aber gedacht, bzw. gedacht gefühlt) umgegangen bin, und nun zum ersten Mal weiß, was wirkliche Liebe bedeutet. Nun ja, ich schweife ab….

Die, die es gut mit mir meinen, sagen alle ich sollte mir doch professionelle Hilfe suchen. Heutzutage sei das ja auch nicht abnormal, viele Leute haben ihren personal Psychologen an ihrer Seite.
- Doch wie um Gottes Willen sollte mir schon jemand helfen können, der weder mich noch meine Liebste kennt? Nicht ansatzweise eine Ahnung hat, was wir erlebt und wie wir geliebt haben.

Nun die Alternative: eine Seelenheilerin. Klingt nicht schlecht, denn es ist ja meine Seele die im argen ist. Doch auch da gibt es einen Haken. Diese Leute denken ja, dass man sich das Leben aussucht, in das man hineingeboren wird, um eine Aufgabe zu erfüllen. (Nun soweit stimmen wir ja noch überein)
Doch sie denken auch, dass man die wichtigen Menschen die man in diesem Leben trifft schon vorher gekannt hat, und dass man als Seele die einschneidenden Momente schon vorher weiß und dessen völlig bewusst dieses Leben antritt.

Wow, ein Deal?! Ich helf dir, du hilfst mir… Was für eine geniale Sache… Sollte dem so sein habe ich, bzw meine Seele sich so einiges vorgenommen und ich kann quer denken so viel ich will, ich glaube nicht daran, dass meine Seele damals auf dieser „Ebene“ sagte:

„Also vorerst sollte ich eine ganz tolle Kindheit haben, eine tolle Familie. Die Eltern sollten hin und wieder kurz vor der Scheidung stehen, denn dann bekomm ich diesen super Beziehungskomplex und verlier den Glauben an die große Liebe. Dann werde ich mich immer mit Beziehungen zufrieden geben, die mich eigentlich unglücklich machen, weil es ja so und so nichts besseres gibt. Aber egal, denn das schöne daran ist, diese Beziehungen dauern ja auch nie lange. Doch trotzdem stürze ich mich von einer Beziehung in die andere. Wieso? Weil es einfach am meisten Spass macht immer die gleichen Fehler zu begehen.
Aber all die Hoch und Tiefs machen ja auch nichts, denn im Leben als Mensch habe ich eine Familie und meine Liebste die um mich sind und die wichtigsten Menschen für mich darstellen, wie wunderbar denn durch sie kann ich gut lernen, was wichtig ist und was nicht.

Doch um noch besser lernen zu können sollte dann doch meine Oma an Krebs sterben. Langsam. Damit ich lerne auch stark zu sein. Und dann ja die beste Idee, um am meisten aus diesem Leben lernen zu können: Es sollte auch der wichtigste Mensch für mich sterben. Am besten kurz darauf. Und gleich nachdem sie bei mir gewohnt hat, gleich nach unserer intensivsten Zeit unserer Freundschaft, kurz nachdem wir wissen, dass sich unser Traum von der gemeinsamen Wohnung bald erfüllen wird.“

Soll das der Deal gewesen sein?! Ein Deal mit wem?
-und am wenigsten kann ich mir vorstellen, dass ich das schon vorher mit meiner Liebsten abgeklärt habe, so alà:“ Ja, Mädi, du stirbst, dass ist eine gute Idee. Da können wir dann später mal drüber lachen…“

Nun ja resümierend gesehen: Vielleicht dann doch der Psychologe.

mein Leben ohne mich

Ein Blick in den Spiegel zeigt mir ein Gesicht,

das mich nur noch entfernt an mich erinnert.

Mit dir ging auch der Glanz aus meinen Augen.

Mit dir ging auch soviel Wärme aus meinem Herz.

Mit dir ging auch ein großer Teil meiner Seele.

Was bleibt mir ohne dich?

Was bleibt mir ohne mich?

Denn stark wie die Liebe ist der Tod

Bald ist es soweit und die Salzburger Festspiele fangen wieder an. Ja, die Schickimicki Zeit in der man nur Männer in fetten Ferraris und Frauen in teuren „ich seh aus wie ein Christbaum“ Kleidern sieht. Die Zeit in der Salzburg wieder mal besonders kräftig mit Mozart angeben kann, wo doch Mozart selbst sein ganzes Leben lang Salzburg gehasst hat.

Doch hier fließt das Geld und Frau S. arbeitet ja schon ewig für die lieben Festspiele und blickt man wie so oft hinter die Kulissen sieht alles anders aus: Freunde wieder treffen, arbeiten bis spät in die Nacht, feiern bis früh am Morgen. Ich liebe den Geruch des Hauses, den Sound wenn der Staatsopernchor (so arrogant die Frauen dort auch sind, die Männer machen das wieder gut) mal zeigt was er drauf hat, die Kostüme, all das drum herum, die Nervosität vor der Premiere, der Spaß bei den Proben, die ganzen Feste. Eine unbeschreiblich schöne Zeit, schon von Kind auf, als ich noch selber auf der Bühne stand und in die Augen all der vom Zauber berauschten Zuschauer blickte.
Doch heuer wird zum ersten mal etwas anders, denn Sie ist nicht mehr da. Diese unglaublich liebe starke Frau, die so stolz war dass ich ihre Enkelin bin, mich und all die Anderen ständig mit Kuchen versorgte und mit solcher Freude und Emotion auf der Bühne stand.

Jedes Jahr bin ich gespannt darauf unter welchem Thema die Festspiele stattfinden. Themen die mich berühren, die zumeist so treffend sind, wie letztes Jahr „Die Nachtseite der Vernunft“. Wie sehr ich diese Seite von mir kenne und auch liebe…

Sie ist dieses Jahr nicht mehr dabei. Zwar sehr wohl im Herzen und im Geist. Doch sie wird so sehr fehlen.

„Denn stark wie die Liebe ist der Tod.“

Tage und Nächte am See mit grillen, lachen, spielen, chillen, rauchen und still sein. -Zurücklehnen und das Leben an sich ran lassen bevor man sich dann morgen, hoffentlich nicht allzu ohnmächtig, den Kondolenzbekundungen hingibt.

Was bleibt? Erinnerungen. Erinnerungen an wunderschöne Momente. Vielleicht ist es das, was Leben ausmacht. -Erinnerungen zu sammeln um sie dann zur richtigen Zeit Revue passieren zu lassen.

So wie die Erinnerungen an deine irr witzigen Geburtstags- und andere FEIERtags Geschenke.
An drei kleine Kinder stehend auf der Kuppe eines alten Panzer, die Hände in die Luft gestreckt mit dem Gedanken daran jeden Krieg besiegen zu können. Erinnerungen daran, dass du die Kindes-Idee von mir anstatt 10 Groschen 10 Schillinge zu sammeln um mir dann irgendwann einmal ein Wohnmobil zu kaufen und durch die Welt zu gondeln als Einzige gut fandest. Dass ich mit dir gemeinsam meine erste Oper erleben durfte und ich damals die Einzige in meiner Klasse war, die mit ihrer Oma zu MC Donalds essen ging, weil das alle anderen Omas nicht gut fanden. Dass es egal war, wie schmutzig und zerzaust ich vom spielen aus dem Wald heimkam. „Sie ist eben ein lebendiges Kind.“
-Diese und viele mehr….

Und wenn ich heute auf meinen Nachttisch das Buch vom „kleinen Ich bin Ich“ stehen sehe, das du mir schon geschenkt hast als ich erst ein Jahr alt war, weiß ich dass du mich einfach immer nur MICH sein ließest. Mit all meinen Ideen, mit all den Fehlern, mit all den Wunden am Knie und immer mit einem Grinsen im Gesicht.

Und somit werde ich morgen trotz all der Vorsätze stark zu sein, um dich weinen…- weil ich ICH bin. Mit all den schönen Erinnerungen in meinem Kopf und mit meiner Seele weit offen, weil ich es auch heute immer noch bin: Ein lebendiges Kind. Danke.