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… ja die hat Frau S. gegossen aus Blei zu Silvester. Ein gewisser Teil von mir, lechzt im Moment danach Gewissheit zu haben was die Zukunft bringen wird. Es wäre einfach schön zu wissen wie etwas ausgeht, denn wenn es nicht gut geht, könnte ich es gleich bleiben lassen.
Doch in Wahrheit tut die Zukunft was sie will und in Wirklichkeit gibt es nur Reisen ins Ungewisse. Ich erinnere mich an eine Zeit in der ich es toll fand nicht zu wissen was passiert. Ich  fand es aufregend und bereichernd dieses Spiel mit dem Zufall. Es lässt einen diese unglaubliche Leichtigkeit des Seins verspüren. -Die ich seit Wochen nicht mehr fühle. Weil ich mich da irgendwie mit hineinziehen ließ,  in diesen Strudel aus Angst und Beklemmung der einem die letzte Luft zu atmen nimmt.

Doch damit ist jetzt genug. Weil ich ein lebenshungriges easy-going Mädchen bin. Weil ich heute lieben kann und es auch morgen nicht bereuen werde, egal wie es ausgeht. Es ist ein Grundcharakter der nicht vergeht, ganz im Gegenteil,  versucht man ihn zu unterdrücken bricht er nur noch stärker durch. Ich werde mich immer in die Schönheit des Moments verlieren, auch wenn man mich dafür belächelt. Ich werde immer wenn mir danach ist tanzen können egal wo ich gerade bin und nie werde ich Leute in Schubladen stecken nur um für mich selbst etwas zu rechtfertigen. Ich werde immer auf meine Art dieses Leben lieben. Und mein Innerstes wird sich nie biegen lassen nur um irgendeiner Vorstellung gerecht zu werden.
Und darum bin ich bereit für diese Reise, bereit für großartige Momente, bereit für die Katastrophen. Ich muss nicht wissen was sein wird, mir reicht es zu wissen dass ich selbst meine Zukunft bin und zwar barfuss auf heißem Asphalt bei Regen, tanzend…

…und plötzlich ist alles anders. Von den Launen meines Lebens könnte man im Moment ein mittelgroßes Schleudertrauma bekommen.
Die letzten Wochen waren großartig, so viele Aussichten, Einsichten und Erkenntnisse in einem Meer von Gefühlen wie ich sie seit Jahre nicht mehr hatte. Aber wie das eben so ist folgt auf jedes Hoch in meinem Leben ein wunderbarer Abgrund den man zuvor nicht sah oder nicht sehen wollte. Ich  musste lachen über diesen pech schwarzen Humor den der Moment mit sich brachte…

Müsste nicht eigentlich ich diejenige sein die Angst  vor dem Leben hat? Angst davor in eine ungewisse Zukunft zu gehen? Angst davor eine Hand zu halten, mit dem Bewusstsein dass sie immer wieder loslassen werden…. Aber ich habe diese Angst nicht (mehr). Ich kann ebenso wenig in die Zukunft blicken wie jeder andere Mensch und es macht mir keine Angst. Weil ich gelernt habe für den Moment zu leben. Deswegen ist mein Leben nicht verplant. Ich weiß nicht wo ich in drei Jahren sein werde darum wurde ich plötzlich zum Risiko. Zum unbekannten Risiko für den Jungen dem ich von Anfang an meine Seele zu Füßen gelegt habe.

…und gerade dieser Moment zeigte mir wieder, dass man sein Leben auch gar nicht planen kann, selbst wenn man es wollte. Denn es gibt so viele Wege, Kreuzungen, Steine, Wiesen… und der Wind dreht sich ständig.

Da passiert Monate lang nichts und dann verändert sich von einem Tag auf den anderen alles. So scheint es, ist aber nicht so. Es sind unsere Entscheidungen die wir treffen. Es sind die kleinen, wie einen anderen nach Hause Weg zu nehmen als gewöhnlich, mal eine Stunde länger als normalerweise in der Bibliothek zu sitzen oder doch noch schnell auf einen Café  zu gehen. Keine richtigen Entscheidungen würde man denken und doch führen sie alle zusammengefügt ganz wo anders hin, als hätte man sie nicht getroffen.

All diese kleinen Entscheidungen, Momente, Zufälle haben mich nun zu einer wirklichen und großen anstehenden Entscheidung geführt. Nichts Ungewöhnliches würde man meinen. Wäre diese Entscheidung nicht letztes Jahr um diese Zeit schon da gewesen. Genau die Selbe und es muss noch mal aufs Neue entschieden werden.  Ich fühle mich zurückversetzt. Um ein Jahr. 2009 war so anders  und endet dennoch mit derselben bevorstehenden Entscheidung wie 2008 geendet hat.

Zufall? Ich weiß es nicht, aber es ist irgendwie aufregend. Es ist wie in so manchen Filmen in denen man sehen kann, welche Wende das Leben der Hauptprotagonisten nimmt, hätten sie sich in dieser einen Situation anders entschieden. Das Problem ist nur dass zu dieser Entscheidung eine große Portion Mut gehört, sie ist Risikoreich. 2008 nahm ich den sicheren Weg, ich war nicht bereit, hatte zuviel Angst, hing noch zu sehr am alten Leben. Blickte mehr zurück als nach vorne.

Ich bin über den Ausgang der damaligen Entscheidung  nicht unzufrieden, sie führte mich nur dorthin wo ich schon einmal stand. Es ist nicht gut, es ist nicht schlecht. Ich habe nicht die Hoffnung dass der andere Weg der bessere ist, ich weiß nur dass er anders sein wird. Und obwohl ich immer noch ein bisschen ängstlich bin, bin ich hungrig. Hungrig nach diesem Weg. Danach ihn einfach zu gehen.


…und hier bin ich wieder. Das Gewand voll Dreck, einen Muskelkater in den Beinen vom 3 Tage durchhüpfen -in Gummistiefel wohlgemerkt, beim schlafen sicher ein paar Spinnen verschluckt, etwas verkühlt, tot müde
und ÜBERGLÜCKLICH! Ich habe mir einen langjährigen Traum erfüllt und selbst der Regen konnte meine Freude nicht im Geringsten trüben. Ein Wochenende voll mit Musik, wunderbaren Freundinnen, schrägen Leuten und so einigen Erkenntnissen. Die Lieblinge gesehen und neue hinzugewonnen. Ich war irre verliebt, drei Tage lang, in diese Welt.Southside 098

Mit Clueso kam dann auch die langersehnte Sonne. Treffend zu einem bestimmten Lied, als wäre es geplant, doch Sarkasmus und Ironie waren immer schon des Zufalls Leidenschaft gewesen.
Ich musste lachen, ich war und werde niemals nur schwarz oder nur weiß sein. Das mag für andere etwas kompliziert sein, ich bin das Mädchen aus der Zwischenwelt, aber entschuldigen werde ich mich dafür nicht.

Oder:”Wie sagt man am besten lebe wohl?”

Und trotz wunderbaren Tagen und Nächten gibt es so Vieles was ungesagt ist. Danke für so viel Wärme, Herz, Verstand für all die Gespräche über meine Liebste und dass ich mir so sehr wünsche du hättest sie noch kennen lernen können, sie hätte dich gemocht, sehr sogar. Weil du du bist, und wie du mich ansiehst und du mir sagst, dass ich es bin, die Frau die du haben willst und weil du kämpfst für Dinge die gut sind und weil du so sehr lieben kannst, weil du so impulsiv und emotional bist, weil du mit mir gelacht, geweint und getanzt hast, weil du so ehrlich zu mir warst und weil dein Herz so groß ist, dass man darin wohnen kann, das alles und vieles mehr sind der Grund dafür warum ich diese Zeilen erst jetzt schreibe, jetzt wo du weg bist,  weil ich nicht zugeben wollte, dass dieses Jahr doch etwas Gutes hatte. Weil ich so viel verloren habe und doch gewonnen.

Weil am Ende alles gut wird. Danke.

Oder:”Wenn man sich mit Popkorn und Cola den Untergang ansieht.”

…und der Rest der Welt steht wie immer still, wenn wir nur wir sind und weil wir Lust dazu haben wieder einmal die Magie zu spüren, einfach so, der Magie Willen. Dass es vorbei ist wissen wir, so oder so. Ebenso wie wir wissen, dass sobald der Vorhang fällt man Hand in Hand auf der Bühne stehen sollte um sich zu verbeugen. Vor uns, vor dem Leben und vor unserer Liebe die wir hatten. Der Abschied schmerzt nicht mehr, weil wir uns kennen, jede Bewegung, Berührung, vertraut zu vertraut, die Gedanken eins. So weiß er dass ich eines Tages nicht mehr wieder kommen werde und ich weiß dass er nie wieder dieser Junge aus der Mensa sein wird.

Oder:” Have you ever seen the sunshine at night?”

Und nach drei Tage nachdenken, was ich über diese Stadt denn alles schreiben will kann und sollte, kam ich nun zu dem Entschluss: Nichts.
Denn es gibt Sachen die kann man nicht mit Worten beschreiben. Eines ist sicher Prag hat mein Herz im Sturm erobert, zeigte mir wahre Schönheit, machte meinen Kopf frei und ließ die Seele zufrieden lächeln. Danke an meine zwei Mitreisenden, ihr seid unglaublich. Und danke an Freund Zufall der mir unvergessene Momente bescherte und mich somit mehr erfahren ließ. Mehr über die Stadt, mehr über die Liebe und mehr über mich.

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Prag. Unvergessen.

Oder: “Kennst du die Serie wunderbare Jahre” ?

Das eigenartige an meinem Job ist: ich komme um 9 Uhr ins Büro und fühl mich wie zu Hause. Es ist nicht die Arbeit an sich, es sind die Leute. Seit ich dort wieder angefangen habe ist das Team kleiner geworden und man rückt näher zusammen. Ich habe meinen Chef schon einmal gefragt, wie er es denn anstelle so tolle Menschen zu finden. Er sagte mir darauf, dass er vor allem neben der Kompetenz darauf achte, wer als Mensch am besten zu uns passt. Und ja es könnte wahrhaftig keiner besser zu mir passen als diese zwei Jungs mit denen ich einen Großteil meiner Arbeitszeit gemeinsam verbringe. Gestern wurde mir noch einmal ganz bewusst: So verschieden wir auch sind, zusammen ergänzen wir uns auf eine wunderbare Art und Weise. Was passiert wenn überglückliches Chaos mit melancholischem Wahnsinn und tiefsinnigen Widerstand aufeinander treffen? -Ich kann so sehr lachen wie ich es nur mit IHR konnte und ich kann Gespräche führen und mich in Gedanken und Fantasien verlieren, wie ich es nur mit IHM konnte.

Und als gestern unser After-work-chillout-Café trotz der angeschlagenen Gesundheit zu ein paar Bier und wunderbaren tief(un)sinnigen Gesprächen führte wie ich sie schon so lange nicht mehr hatte, kam für eine betrunkene Sekunde der Blitzgedanke, dass dieser Junge mit dem großen Herz und den wunderbaren Ansichten über diese Welt und ich funktionieren würden. Doch Funktion ist nicht alles, musste ich schon des Öfteren erfahren. In Wahrheit war es nur ein Erkennen, dass ich jeden Tag Leute um mich habe, die so wertvoll sind dass ich wieder mal den Hut ziehen muss. Vor Freund Zufall, dem Leben und diesen wunderbaren Menschen die diese Welt für mich jeden Tag ein bisschen bunter machen.

Wenn man ihn durch Zufall in kürzester Zeit nun schon zum zweiten mal wieder trifft, lacht trinkt und wunderbar (un)sinniges Zeug redet….
Wenn mir ein fremder Junge aus einem fremden Land an dem Fluss den ich so liebe, die Lieder der Bands vorsingt die ich schon immer mal live hören wollte….
Wenn man zu guter Musik mit Freunden selbst vergessend in den Morgen tanzt….
Wenn man sieht wie viele Herzen auf dieser Welt schon gebrochen wurden…

Dann erkennt man auch, dass
…dir wer zeigen will dass du weit nicht alles verloren hast.
…sich Träume früher oder später auf ihre Art und Weiser erfüllen.
…es wahnsinnig viel Liebe auf dieser Welt gib.

und das dass Leben manchmal doch wie im Film ist und ich definitiv in meinem wieder angekommen bin.

Nun, Entscheidungen waren noch nie mein Ding. Jeder der mich kennt weiß, dass ich im Restaurant schon mal mindestens eine halbe Stunde brauche, bis ich weiß welches Essen ich haben will. Nebenbei bemerkt, wäre ich Schneewittchen gewesen, wäre ich erst gar nicht gestorben, weil ich mich nicht entscheiden hätte können, welche Seite des Apfels ich haben möchte.
..mh, naja, Schneewittchen bekam ja auch den Prinz, und ich nicht.
Vielleicht wäre es doch nicht so schlecht sich mal zu entscheiden… mit allen Konsequenzen.

Dafür bin ich spontan und impulsiv, jawohl. Vielleicht liebe ich aber auch nur deswegen den Zufall? -Weil ich nicht fähig bin Entscheidungen zu treffen.
Wenn mein ganzes Leben aus Münzen werfen und Strohhalme ziehen besteht, wäre es dann nicht mal an der Zeit ganz bewusst einen neuen Weg einzuschlagen?
Einen Moment inne zu halten und sich wieder vor Augen führen, was man wirklich will und was nicht.

Denn im Grunde bin doch nur ich allein meine Zukunft.