Prolog

Abends, ich koche gerade Spaghetti und streue zum Grande Finale noch den Basilikum darüber, während er zeitgleich mitten unter der Behandlung vom Zahnarztstuhl aufsprang um zur Wohnung zu laufen. So sollte unser geplanter Kinoabend ganz anders verlaufen, aber das wusste ich bis dahin noch nicht. 

Schon Tage zuvor zogen immer mehr Wolken auf und nichts war zu Beginn klarer als dass sie sich sofort wieder lichten würden um schlussendlich dem strahlend blauen Himmel den Weg frei zu machen. Wie sehr wir uns in dieser Illusion täuschten, wussten wir da noch nicht. Tagelang war die Stimmung in den Produktionshallen aber auch in jedem Büro der Firma deutlich zwischen Angst und Galgenhumor spürbar, doch der Geruch von einem bevorstehenden Krieg lag schon in der Nase als wir die mit Schokolade überzogenen Glückspilze an die Mitarbeiter austeilten. 

Keine Fehler machen, 2 Schritte vor ihr sein, einer Frau der man sowieso nicht zutraut außer dass sie  ihr eigenes Xing Profil bearbeiten kann um noch im Probemonat ihre Position als CEO an die Wall zu prangern. Sie kann doch nichts, außer sich hochvöglen, wie sollte so eine gegen die Familie ankommen? Gegen Leute die seit 15 Jahren eine Firma zum Erfolg führen. Gelächter, doch irgendetwas stinkt hier. 

Stinkt vom deutschen Gesellschafter hin bis zum Himmel. Was sie wirklich vorhaben wissen wir nicht, hier weiß man nur dass man nicht mehr weitermachen kann. Um diese Scherben zu kitten, würden nicht einmal alle Superkleber dieser Welt ausreichen. Die zwei vergangenen Wochen saugen einem langsam aber sicher das Mark aus den Knochen. Auch der Geist hat viele kurzzeitig verlassen, weil viele Gedanken die greifbar werden nicht zu tragen sind.  Blaue Lichter die versuchen die Nerven aufzusammeln die am Weg verloren gegangen sind. Haustürschlüssel, Autoschlüssel und Hunde, die gesammelt und wieder aufgeteilt werden. 3 schwarze BMWs die bei Nacht und Nebel für den Showdown bereitstehen. Die Flüge sind gebucht. 2.0 ist nah, näher als man es sich immer erträumt hat. Vor der Freiheit kommt der Fall und erst wenn man nichts mehr zu verlieren hat macht das Leben wieder Spaß. 

Wir sind bereit. 

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9 Gedanken zu „Prolog

  1. Als Buchanfang fast schon grandios – man will weiterlesen. Jeder Kommentar zum Text wäre stochern im Nebel. doch Deine Worte faszinieren (wieder einmal). Den Crime kann man schon erahnen, der Sex fehlt noch 😉 Aber irgend etwas ist ja immer …

  2. Hehe, ja aber gleich mit dem Sex zu starten ist doch immer ein Fehler 😉 Danke fr deine Worte. Ja das Nebelproblem habe ich leider nicht nur in Wien sondern auch oft in meinen Worten 😀

  3. Auch, wenn mit Sex starten ein Fehler sein könnte – so ganz trocken solltest Du Deine Leser(innen) aber nicht werden lassen 😉 Ein Prolog im Januar – das schreit nun aber nach einer Fortsetzung im Mai!
    LG,
    Ralph

  4. Ach Ralf! Gib mir noch ein paar Wochen. Bald hab ich Urlaub und dann schreibt es sich gleich viel freier ;). Aber du hast Recht: Fortsetzung folgt. Leider bis jetzt nur alles im Kopf und noch nicht draußen. Alles Liebe bis dahin!

  5. Wenn wir dereinst in der Unendlichkeit des Universums nebeneinander hängen, werde ich Dich für das „f“ in RalPH leiden lassen 👿 Ansonsten: Fein, ich freue mich sehr auf die Fortsetzung der „Geschichte“ 😉
    LG

  6. Bin ich jetzt ein Stalker, weil ich Dich „permanent“ auffordere, endlich alle Hüllen fallen zu lassen, damit Du nun beginnst, freier zu schreiben? Vor allem, endlich mal wieder zu schreiben? Der Urlaub dürfte doch schon wieder vorbei sein, oder? 😉 Sag wenigstens mal „piep“ …
    LG,
    Ralph

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